Forschungsteam klärt auf

Coronaviren halten sich bis zu 9 Tage auf Klingeln und Türklinken

Coronaviren können auf Türklinken bis zu neun Tage überleben.
© iStockphoto

07. Februar 2020 - 17:50 Uhr

Wie lange überleben Coronaviren?

Die Hauptansteckungsroute des Coronavirus sind die Hände. Das hat uns Virologe Hendrik Streeck in diesem Artikel erklärt. Und zwar nicht nur bei direktem Kontakt mit Betroffenen, sondern auch über Gegenstände wie Klingeln oder Türklinken. Denn Coronaviren können sich bei Raumtemperatur bis zu neun Tage lang auf Oberflächen halten und infektiös bleiben.

Kälte verlängert Lebensdauer von Coronaviren

Im Schnitt überleben die Viren zwischen vier und fünf Tage, schreibt ein Forschungsteam aus Greifswald und Bochum im "Journal of Hospital Infection", so DPA. "Kälte und hohe Luftfeuchtigkeit steigern ihre Lebensdauer noch", sagte Günter Kampf vom Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Universitätsmedizin Greifswald am Freitag.

Vorbeugung ist das A und O

Da es gegen Coronaviren keine spezifische Therapie gebe, sei die Vorbeugung gegen Ansteckungen wichtig. Wie alle Tröpfcheninfektionen verbreite sich das Virus auch über Hände und Oberflächen, die häufig angefasst werden. "Im Krankenhaus können das zum Beispiel Türklinken sein, aber auch Klingeln, Nachttische, Bettgestelle und andere Gegenstände im direkten Umfeld von Patienten", erklärte Kampf.

Forscher veröffentlichten Erkenntnisse früher als geplant

Gemeinsam mit dem Virologen Eike Steinmann von der Ruhr-Universität Bochum hatte Kampf für ein geplantes Fachbuch Erkenntnisse aus Studien über Coronaviren und deren Inaktivierung zusammengestellt. Aufgrund der aktuellen Lage veröffentlichten sie die wissenschaftlichen Fakten vorab. Sie nehmen an, dass ihre Erkenntnisse über andere Coronaviren auf das neue Virus 2019-nCoV übertragbar sind. "Es wurden unterschiedliche Coronaviren untersucht, und die Ergebnisse waren alle ähnlich", erklärte Steinmann.

Coronavirus: So können Sie einer Ansteckung vorbeugen

Zur Desinfektion empfehlen die Forscher Mittel auf der Basis von Ethanol, Wasserstoffperoxid oder Natriumhypochlorit. Wende man diese in richtiger Konzentration an, reduzierten sie die Zahl der infektiösen Coronaviren binnen einer Minute drastisch - von einer Million auf nur noch 100 krankmachende Partikel. Würden Präparate auf anderer Wirkstoffbasis verwendet, sollten sie zumindest begrenzt gegen Viren wirken. "In der Regel genügt das, um die Gefahr einer Ansteckung deutlich zu reduzieren", meinte Kampf. Andere Forscher hatten zuvor zu häufigerem Händewaschen geraten.

Alle aktuellen Infos zum Coronavirus finden Sie im Live-Ticker. Die wichtigsten Fragen zum Thema beantwortet unser Medizin-Experte Dr. Christoph Specht in diesem Artikel.

Quelle: DPA/RTL.de