Mehr als 10.000 Fälle registriert

Coronaverstöße bescheren Kommunen Bußgelder in Millionenhöhe

Polizeibeamte nehmen nachts in Offenbach die Personalien von zwei jungen Männern auf. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa/Archivbild
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22. Januar 2021 - 7:16 Uhr

Corona-Verstöße lohnen sich finanziell für Kommunen

Regeln zur Eindämmung des Corona-Virus gibt es viele. Parallel dazu scheint es auch jede Menge Menschen zu geben, die die Einhaltung dieser Regeln nicht allzu genau nehmen und schlussendlich zur Kasse gebeten werden. Seit Beginn der Pandemie haben die Bußgeldeinnahmen durch solche Verstöße in Hessen nun bei Weitem die Millionenmarke geknackt.

Verstöße gegen Kontaktverbot und Maskenpflicht sind die Spitzenreiter

Im ständigen Wandel waren in all der Zeit die Verordnungen, die Zusammenkünfte und das Tragen von Masken regeln sollten. Nicht jeder blickte da durch oder kümmerte sich darum, sich über die neusten Regelungen zu informieren und diese auch einzuhalten. Einer stichprobenartigen Umfrage der Deutschen Presse-Agentur zufolge, wurde vor allem gegen das Kontaktverbot und die Maskenpflicht verstoßen.

Viele Kommunen dürften sich über die zusätzlichen Einnahmen freuen. Aufgrund der enormen finanziellen Einbrüche durch die Pandemie planen 85 Prozent der hessischen Kommunen Steuererhöhungen, um Haushaltsdefizite wieder ausgleichen zu können.

Allein 6.200 Verfahren in Frankfurt - Nachbar Offenbach zählt 4.000 Verstöße

Allein die Stadt Frankfurt zählte rund 6.200 Verfahren. Die Höhe der verhängten Bußgelder bezifferte eine Sprecherin des Ordnungsdezernats auf rund 900.000 Euro. Das benachbarte Offenbach registrierte rund 4.000 Verfahren und 400.000 Euro Strafen.

Im Main-Taunus-Kreis wurden mehr als 900 Verstöße gemeldet - davon allein 330 im November und Dezember. An Bußgeldern wurden dort rund 90.000 Euro festgesetzt. Der Landkreis Fulda verhängte bei rund 250 Verfahren Geldbußen und Verwarngelder von mehr als 40.000 Euro.

Die überwiegende Mehrzahl der Maskenmuffel zeigte sich den Angaben zufolge einsichtig. So wurde etwa im Main-Taunus-Kreis nur 20 Mal Einspruch gegen einen Bußgeldbescheid eingelegt. In diesen Fällen gehe die Angelegenheit ans Amtsgericht, teilte die Pressestelle mit.

Etliche Städte und Landkreise erfassen Verstöße gegen die Corona-Richtlinien in ihrer Statistik allerdings nicht gesondert und können diese daher nicht beziffern. Die tatsächliche Zahl dürfte daher höher liegen.

Quelle: DPA