Wie sehr hat die Pandemie Kindern geschadet?

Coronakrise: Zeit für die Schule hat sich halbiert!

05. August 2020 - 11:56 Uhr

Rückstand kaum aufholbar

Es sind Zahlen, die erschrecken – und viele Fragen aufwerfen: Während der Coronakrise haben sich Kinder täglich nur halb solange mit der Schule beschäftigt wie zuvor. Das hat eine Umfrage des Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung ergeben. Die Folgen, die diese Versäumnisse mit sich bringen, sind verheerend, erklärt Kay Czerwinski, Vorsitzender des Landeselternrats Mecklenburg-Vorpommern im Video.

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Größtes Problem: Persönlicher Austausch

Über ein Drittel der Kinder haben der Studie zufolge täglich maximal zwei Stunden pro Tag gelernt, 74 Prozent höchstens vier. "Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig es ist, dass wir unter Beachtung der Schutzmaßnahmen wieder zum normalen Schulunterricht zurückkehren", sagt Ludger Wößmann, der Leiter des ifo Zentrums für Bildungsökonomik.

Besonders benachteiligt sind leistungsschwache Kinder. Eins der größten Probleme ist, dass der persönliche Austausch auf der Strecke blieb. 57 Prozent der Schüler hatten weniger als einmal pro Woche gemeinsamen Online-Unterricht. Noch seltener hatten sie individuellen Kontakt zu ihren Lehrkräften. Stattdessen wurden sie mit Aufgabenblättern zur Bearbeitung versorgt.

Vier Wochen fehlen!

Was alles versäumt wurde, zeigt sich dort, wo die Schulen zuerst wieder geöffnet wurden. Am Montag startete Mecklenburg-Vorpommern als erstes Bundesland in den Schulalltag – natürlich mit Auflagen. Kay Czerwinski, Vorsitzender des Landeselternrats sieht Lücken, die kaum zu schließen sind: "Wir haben in Mecklenburg-Vorpommern ungefähr vier Wochen Unterricht, gerade im zweiten Semester in der 11. Klasse verloren. Das ist Stoff, der in der 12. Klasse fast nicht aufzuholen ist oder nach Aussage der Lehrer nicht aufzuholen ist. Für das Abitur sind jetzt noch sieben Monate Zeit, wie man da noch vier Wochen zusätzlich aufholen will, erschließt sich uns und auch den Lehrern nicht. Es gibt klare Forderungen an die Politik, das innerhalb der Kultusministerkonferenz zu klären, damit das Zentralabitur auch weiter in der Bundesrepublik anerkannt wird."

Wie der Schulstart in Mecklenburg-Vorpommern lief und wo die größten Probleme in der Umsetzung der politischen Vorgaben liegen, erfahren Sie im Video.

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