Urlaub in Osterreich - geht das?

Österreich schließt auf: Hotels, Schwimmbäder und Gastro dürfen bald wieder öffnen

Am 02. Mai wird das öffentliche Leben in Österreich wieder hochgefahren. Ab 29. Mai öffnen auch Hotels, Herbergen und Freizeitanlagen wie Schwimmbäder.
© dpa, Johann Groder, mtf esz fgj

30. April 2020 - 12:36 Uhr

Hotels und Herbergen dürfen trotz Corona-Krise wieder öffnen

Ab dem 29. Mai dürfen in Österreich wieder Hotels und Herbergen öffnen. Ebenso Tierparks, Sehenswürdigkeiten und Schwimmbäder. Grund dafür sind die Erfolge bei der Eindämmung der Corona-Krise. Das teilte Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) mit. Wann Reisen zwischen Deutschland und Österreich wieder möglich sind, ist aber noch unklar.

+++ Alle aktuellen Infos zum Corona-Virus und seinen Folgen jederzeit im Liveticker +++

"Die gesamte Branche hat eine Vollbremsung hingelegt"

"Die gesamte Branche hat eine Vollbremsung hingelegt. Für Betriebe waren die letzten Wochen extrem schwierig, in vielen Fällen natürlich existenzbedrohend", sagte Köstinger. Die aktuelle Entwicklung gebe aber die Möglichkeit zum Neustart. Dabei habe die Alpenrepublik stets den Anspruch, die Gastfreundschaft Österreichs mit größtmöglichem Schutz für Gäste und Mitarbeiter zu gewährleisten.

Die Hotels waren Ende März per Regierungserlass geschlossen worden. Schon in den Tagen zuvor gab es aufgrund der weltweiten Reisebeschränkungen kaum noch touristische Gäste.

Noch ist unklar, wann Urlaubsreisen nach Österreich wieder stattfinden können

ABER: Ab wann Urlaubsreisen zwischen Deutschland und Österreich wieder möglich sind, ist laut der österreichischen Tourismusministerin noch nicht entschieden. "Wir werden nur dort Möglichkeiten der Reisefreiheit und teilweisen Öffnung der Grenzen ermöglichen können, wo Infektionszahlen niedrig sind und sich ähnlich gestalten wie in Österreich", sagt Köstinger. "Das ist in Tschechien und auch in Deutschland der Fall. Aber das wird noch eine Diskussion in der Zukunft sein."

Derzeit dürfen Menschen nur unter strengen Auflagen von Deutschland nach Österreich einreisen, etwa wenn sie einen dauerhaften Wohnsitz dort haben. Sie müssen sich dann in der Regel für 14 Tage in Quarantäne begeben. Ausnahmen gibt es für Pendler, die nahe der Grenze leben und arbeiten.

Der österreichische Tourismus dringt auf eine Öffnung der Grenze, da Deutsche sowohl im Winter wie auch im Sommer einen Großteil der Gäste ausmachen.

So sieht ab dem 15. Mai der Gastronomiebetrieb in Österreich aus

Bereits am 15. Mai dürfen Gastronomiebetriebe mit neuen Regeln wieder öffnen. Köstinger erklärt, dass dann

  • pro Tisch maximal vier Erwachsene und die dazugehörigen Kinder Platz nehmen dürfen
  • ein Mindestabstand von einem Meter zwischen den Tischgruppen einzuhalten sei
  • eine freie Platzwahl nicht möglich sei. Reservierungen sind unbedingt nötig.

Das Personal mit Gästekontakt müsse bei der Arbeit einen Mundschutz tragen.

Österreich locker ab Mai die stengen Ausgangsbeschränkungen

Österreich hebt ab Mai die strengen Ausgangsbeschränkungen auf und stellt neue Regeln auf. So müssen beispielsweise Personen, die nicht im gemeinsamen Haushalt leben, einen Mindestabstand von einem Meter einhalten, sagt Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne). Darüber hinaus sollen ab Mai

  • Versammlungen von bis zu zehn Personen
  • Demonstrationen unter bestimmten Voraussetzungen

wieder möglich sein. Die Maßnahmen gelten vorerst bis Ende Juni. Ab dem 29. Mai sollen laut "ORF" auch weitere touristische und Freizeitanlagen wie Tierparks, Sehenswürdigkeiten und Schwimmbäder wieder öffnen. Eine Mund-Nasen-Schutz-Pflicht im gesamten öffentlichen Raum soll es aber nicht geben. Es bliebe aber "ein wichtiger Bestandteil der Strategie", so Anschober. Bei Sehenswürdigkeiten und in touristischen Betrieben muss nach den Plänen der österreichischen Regierung aber ein Mundschutz getragen werden.

Söder: "Österreich ist uns immer so zwei Wochen voraus"

In einer Pressekonferenz der Landesregierung vergleicht Ministerpräsident Markus Söder den bayrischen Kurs mit dem Zeitplan der Österreicher: "Österreich ist uns zwei Wochen voraus. Und Österreich hat als Land insgesamt - wenn man es umrechnet auf Deutschland -  auch bessere Zahlen. Unsere bayerischen Zahlen sind im Moment besser als der Bundesdurchschnitt, zum Teil. Das hat aber nichts damit zu tun, dass wir uns da irgendwie besser stellen wollen. Es ist alles eine Vorsichtsmaßnahme. Deshalb gilt es als klug und umsichtig, Woche für Woche zu überlegen, was der richtige Weg ist."

Wenn die Zeit kommt, werden laut Söder die geltenden Beschränkungen auch nur langsam gelockert: "Wir werden nächste Woche dann überlegen, einen Fahrplan für den Mai zu etablieren. Einen Fahrplan mit verschiedenen Schritten. Dabei heißt das Motto: 'Längerfristig denken'." Er selbst und Bayerns Wirtschaftsminister führen für den Bereich der Gastronomie schon intensive Gespräche mit den Verbänden und der Staatskanzlei. Ob in Bayern bald auch die Gastronomie wieder öffnet, bleibt noch abzuwarten.

Neue TVNOW-Doku: "Was wir aus der Krise lernen"

Welche Lehren können wir aus der bisher größten Krise der Nachkriegszeit ziehen? War der Staat zu inkonsequent? Wurden die Schulen zu schnell geschlossen? Was tun gegen den Hamsterchaos? Und was ist der tatsächliche Grund, dass tausende Urlauber auf der ganzen Welt gestrandet sind? Wir haben mit Experten gesprochen.Sehen Sie hierzu die TVNOW-Doku: "Was wir aus der Krise lernen".