Update von Corona-Warn-App ab heute verfügbar

Diese Funktionen sind neu

Die Corona-Warn-App bekommt neue Funktionen
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19. Oktober 2020 - 10:55 Uhr

Bessere Risikoeinschätzung

Bisher zeigte die Corona-Warn-App nur Risikobegegnungen an und sie ermöglichte, dass ein positives Testergebnis eingetragen werden konnte. Jetzt haben die Entwickler der Software ein Update verpasst. Neue Funktionen sollen das Infektionsrisiko besser einschätzbar machen.

Tagebuch über Krankheitssymptome

Nutzer der App, die ein positives Testergebnis haben, können hier künftig den Verlauf ihrer Symptome festhalten und eine Art Tagebuch führen. Das soll vor allem anderen Nutzern helfen, das eigene Ansteckungsrisiko besser einschätzen zu können. Zeigt die App also ein erhöhtes Infektionsrisiko an, weil eine Risikobegegnung erkannt wurde, können Nutzer das Symptom-Tagebuch der Risikobegegnung einsehen. Die Datenschutzrichtlinien bleiben dabei unverändert hoch. So soll die Risikoberechnung noch genauer werden, sagte Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts der deutschen Presse Agentur: "Je mehr wir über die Symptome wissen und den Zeitraum der Symptome kennen, desto genauer können wir die Warnungen in der App einstellen."

Deutsche App funktioniert jetzt auch in anderen Ländern

Ein Vorwurf dem sich die Entwickler lange konfrontiert sahen, war, dass die die Corona-Warn-App nur in Deutschland funktioniere. Gerade im Sommer, wo viele Menschen in Europa Urlaub machten, wäre eine europaweite Funktionalität hilfreich gewesen. Doch mit dem neuen Update funktioniere die App nun auch in vielen europäischen Ländern, heißt es von den Entwicklern. 

Trotz der neuen Funktionen betont Lothar Wieler, dass die App kein Allheilmittel sei und die Menschen nicht vom Halten des Abstands, dem Tragen der Maske und dem gründlichen Händewaschen befreie: "Je mehr die Pandemie an Dynamik gewinnt, desto wichtiger wird die Corona-Warn-App als ein kleines Werkzeug, das eben auch einen Beitrag dazu liefert, dass wir die Pandemie besser beherrschen können."

Zahl der Downloads nimmt zu

Seit die Corona-Warn-App im Frühsommer an den Start gegangen ist, haben sie rund 19 Millionen Menschen auf ihr Smartphone geladen. Dabei hat die Zahl der Downloads vor allem in den letzten Wochen, seit dem die Corona-Fälle wieder steigen, zugenommen. Ein Sprecher des Technologiekonzerns SAP, der die App gemeinsam mit dem Bund und der Telekom entwickelt hat, betonte vor kurzem, dass anfängliche Probleme, die im Frühsommer noch auftraten, mittlerweile "weitgehend gelöst" seien. Angesichts der steigenden Zahlen, appellieren der Bund und das Robert Koch-Institut an Alle, die sich die App noch nicht zugelegt haben, sich die Applikation auf das Smartphone zu laden und so zu helfen, die Eindämmung des Corona-Virus weiter voran zu bringen.

Vorbild für Google und Co.

Bei der Entwicklung der App, spielte vor allem der Datenschutz eine elementare Rolle, da dieser bei Benutzen der App zu jeder Zeit gewährleistet werden soll und sensible persönliche Daten nicht gespeichert werden sollten. Das haben die Entwickler geschafft. Die Machart der deutschen Corona-Warn-App fand und findet weltweit große Beachtung. Die Anwendung aus Deutschland werde inzwischen von Google und Apple als Referenz-Anwendung für Corona-Warn-Apps angesehen und habe damit auch über Europa hinaus Auswirkungen, hieß es zuletzt von den Entwicklern.