Krankheitsverlauf, Risikogruppen und Impfstoff-Findung

Corona-Viren nach Mutation noch ansteckender - was bedeutet das für uns?

26. September 2020 - 12:43 Uhr

Neuere Virus-Varianten ansteckender - was bedeutet das für die Fallzahlen?

Wissenschaftler des "Houston Methodist Hospital" haben Proben des Coronavirus von zwei verschiedenen Zeitpunkten miteinander verglichen. Das Ergebnis: Bei den Proben, die zum späteren Zeitpunkt entnommenen wurden – während der zweiten Corona-Welle in der US-Stadt Houston im Juli  – fanden sie mehr infizierte Zellen als zuvor. Fast alle DNA-Stränge aus der zweiten Welle wiesen eine Mutation auf – das sogenannte D614G. Diese Veränderung sorge dafür, so die Forscher, dass das Virus ansteckender war als das der ersten Welle. Doch was genau bedeutet das für uns? Müssen wir uns jetzt auf extrem steigende Fallzahlen einstellen? Im Video erklärt Dr. Georg-Christian Zinn, Direktor Hygienezentrum Bioscientia, was auf uns zukommen könnte.

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Nicht krankmachender, aber leichter übertragbar

Die Studie der Wissenschaftler aus Houston ist nicht die erste, die nahelegt, dass neuere,mutierte Corona-Varianten ansteckender sein können. Auch bei einer Untersuchung von knapp 1.000 Covid-19-Patienten im britischen Sheffield zeigte sich, dass Patienten, die mit der D614G-Mutation infiziert waren, durchschnittlich eine höhere Virenlast im Körper trugen. Die gute Nachricht dabei: Die klinischen Daten zeigten, dass es die Schwere des Krankheitsverlaufs dadurch nicht zunimmt.

Gefahr für Risikogruppen höher?

Allerdings könnte die Mutation für Risikogruppen dennoch eine erhöhte Gefahr bedeuten. "Wenn das Virus leichter übertragbar ist, ist die Wahrscheinlichkeit, dass es leichter auf Leute trifft, die älter sind, die Grundkrankheiten haben, doch größer", sagt Dr. Georg-Christian Zinn. Trotzdem gebe es weiterhin gute Möglichkeiten, sich und andere zu schützen. Die altbekannten Hygiene-Maßnahmen wie Abstand, Händewaschen und Masketragen griffen auch gegen die leichter verbreitbaren Stämme des Coronavirus, so der Experte.

Was bedeutet die Mutation für die Impfstoff-Findung?

Für die Impfstoff-Findung seien die Erkenntnisse über die mutierten Corona-Varianten bislang zum Glück von keiner großen Bedeutung, so Dr. Zinn. "Die Mutationen, die wir bisher verfolgt haben, sind nicht so signifikant, dass das Virus sich total verändert hat. Wir sehen einzelne, kleine Veränderungen – zum Beispiel, dass wir mehr Viren im Rachen haben und mehr Viren abgeben können – aber nicht, dass das Virus ganz anders aussieht."

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