Ungarn-GP unter strikten Auflagen

Corona-Verstöße: In der Puszta droht den Fahrern Knast

15. Juli 2020 - 21:46 Uhr

Ungarn GP: Wohlfühl-Oase Österreich ist Geschichte

Seit 1986 macht die Formel 1 ununterbrochen auf dem Hungaroring Halt. Doch beim diesjährigen Höllenritt durch die Puszta am kommenden Wochenende wird zumindest abseits des Traditions-Asphalts nicht so sein, wie bisher. Im Gegensatz zu den eher laxen Corona-Regeln in Österreich, wo die beiden Auftaktrennen stattfanden, wird der Entourage der Königsklasse beim Großen Preis von Ungarn ein eisiger Wind um die Nase wehen. Vom Hotel zur Strecke und wieder zurück – mehr geht nicht. Bei Verstößen droht unter anderem Knast.

Das stellte die ohnehin wenig zimperliche ungarische Regierung vor Ankunft der Reisegruppe Königsklasse klar, es ist durchaus ernst: "Das Nichtbefolgen dieser Restriktionen kann zu Gefängnisaufenthalt und/oder Strafzahlungen in Höhe von 15.000 Euro führen."

Formell gilt diese Ansage für Reisende aus Großbritannien und Nicht-EU-Ländern, in der Realität ist dadurch aber die große Mehrheit betroffen: Ein großer Teil der Formel 1 lebt und arbeitet ohnehin in England.

Formel 1: Mercedes bleibt bis ultimo in seiner Alpen-Blase

Strecke und Hotel dürfen also nur verlassen werden, um zum jeweils anderen Ort zu gelangen, keine öffentlichen Verkehrsmittel, keine Taxis dürfen genutzt, keine Restaurants besucht werden. Im ebenso schönen wie bei den jährlichen Formel-1-Besuchern beliebten Budapest will die Königsklasse in Coronazeiten daher so wenig Zeit wie möglich verbringen: Rein, auf die Strecke, und dann schnell wieder raus.

"Wir reisen spät an, niemand will von Montag bis Mittwoch in seinem Hotel sitzen", sagt etwa Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff: "Deshalb bleiben wir mit unserer Blase so lange wie möglich in Österreich."

Österreich GP: Bubbles gegen Corona

Diese sogenannten Bubbles waren in Spielberg der Schlüssel zum Umgang mit Corona. So musste etwa das Team rund um Mercedes-Star Lewis Hamilton unter sich bleiben, das Team um Ferrari-Pilot Sebastian Vettel ebenfalls, und so weiter - um bei Infektionen unkontrollierte Ausbreitungen zu vermeiden. Ansonsten waren die Auflagen aber weniger strikt.

Nun handelt es sich nicht mehr um Empfehlungen der Formel 1, die ungarische Staatsgewalt schreibt es vor.

Corona-Hausarrest: Norris freut sich schon aufs hemmungslose Abhängen

Vom strengen Corona-Hausarrest unberührt scheint zumindest die junge Fahrer-Generation. "Jeden Tag Zimmerservice, Netflix gucken, Call of Duty spielen - das ist eigentlich genau mein Ding", meinte der 20-jährige McLaren-Pilot Lando Norris, der es sich nach einem dritten sowie einem fünften Platz derzeit auf Position drei der Fahrer-WM-Wertung gemütlich gemacht hat.

Und auch Steiermark-Dominator Hamilton dürfte kaum Gefahr laufen, sich am ungarischen Regel-Gulasch zu verschlucken, denn: "Mich betrifft das nicht, weil ich mit meinem Motorhome an der Strecke wohne."

RTL.de/sid