Corona-Verdachtsfälle in Arbeiterunterkunft keine Gefahr

Proben für Corona-Tests werden für die weitere Untersuchung vorbereitet. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/ZB/Archiv
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22. Juli 2020 - 16:00 Uhr

Nach einer Häufung von Corona-Verdachtsfällen in einer Arbeiterunterkunft in Lindenberg (Barnim) sieht das Brandenburger Gesundheitsministerium den Ausbruch als lokal begrenzten Fall. "Wir würden das jetzt erstmal nicht als einen besorgniserregenden Hotspot einschätzen", sagte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) am Mittwoch in Potsdam. Derzeit gehe von der Unterkunft "keine weitere Gefahr" aus.

Der Landkreis hatte gestern mitgeteilt, dass von 21 Bewohnern 13 positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Alle befänden sich derzeit in Quarantäne. Die Bewohner arbeiten in einem verarbeitenden Betrieb in Berlin. Auch dort wurden nach Auskunft der Firma inzwischen alle 57 Mitarbeiter auf das Coronavirus getestet. Bei sieben von ihnen fiel demnach der Befund positiv aus, die anderen Testergebnisse stünden noch aus.

Nach Einschätzung des Landrates Daniel Kurth (SPD) ist die Lage in der Wohnunterkunft ein "sehr kleinräumiges Ausbruchsgeschehen", das genau beobachtet werde. Ein lokaler Lockdown sei aktuell nicht notwendig, hatte er am Dienstag erklärt. Ob sich die Arbeiter im Betrieb oder in der Wohnunterkunft mit dem Virus angesteckt haben, kann ihm zufolge schwer nachverfolgt werden.

Der Landrat hatte am Dienstag zudem eingeräumt, dass in der Nacht von Sonntag auf Montag vier Menschen unerlaubterweise und unter Brechung der Quarantäneregeln das Gelände mit unbekanntem Ziel verlassen hätten. Damit hätten sie sich nach dem Infektionsschutzgesetz strafbar gemacht, sagte der Landrat am Mittwoch. Ein privates Dienstleistungsunternehmen überwache nun die Quarantänemaßnahmen. Das solle kein Misstrauen gegenüber den Arbeitern sein, sagte Kurth. Der Bevölkerung sollte aber vermittelt werden, dass man trotz niedriger Infektionszahlen in Brandenburg nicht nachlässig mit der Pandemie umgehe.

Quelle: DPA