Corona und die Schulen

Corona stört den Unterricht: Die Forderung nach Hybrid-Unterricht wird lauter

Was tun, wenn Maske tragen nicht ausreicht?
Was tun, wenn Maske tragen nicht ausreicht?
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11. November 2020 - 10:13 Uhr

von Andreas Kock

Die Kanzlerin und die Länderchefs hatten es sich so schön gedacht. Sie verabschiedeten einen begrenzten Lockdown: Kneipen und Gaststätten zu, dafür bleiben Schulen und Kitas offen. Das sollte Familien und Eltern entlasten und überhaupt signalisieren: ja, wir haben verstanden. Bildung geht am besten mit Präsenzunterricht. Doch nun zeigt sich, dass die Pandemie nicht vor den Schultoren halt macht.

Viele Schüler und Lehrer infizieren sich trotz Hygienekonzepten, Abstandsregeln und Mund-Nase-Schutz, müssen in Quarantäne gehen, einzelne Schulen schließen ganz. Wie ernst die Lage wirklich ist, wie mit ihr umzugehen ist, bleibt aber umstritten. Eine Forderung wird aber immer lauter: die nach der Einführung eines Hybridunterrichts.

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Steigende Corona-Fallzahlen, Quarantäne, Schulschließungen

Zum Beispiel Nordrhein-Westfalen. Das Schulministerium berichtet auf Anfrage von RTL, dass zum Stichtag 4.11.2020 immerhin in 87,5 Prozent aller 3.914 Schulen des Landes "Präsenzunterricht für alle Klassen" stattgefunden haben soll. An 12,3 Prozent aller Schulen befanden sich einzelne Lehrer und Schüler in Quarantäne. Sechs Schulen waren geschlossen. Ist die Lage also dramatisch?

Im nordrhein-westfälischen Solingen schon. Dort gab es an 35 von 42 Schulen bereits Quarantänemaßnahmen. Ein Gymnasium musste ganz geschlossen werden. Die Stadt wollte deswegen den Schulalltag umstellen. An den weiterführenden Schulen sollte es für die Schüler zur Hälfte Präsenz- und Distanzunterricht geben.

Kleine Gruppen, hybrid beschult

ARCHIV - 02.09.2020, Nordrhein-Westfalen, Neuss: Saskia Esken, Parteivorsitzende der SPD, steht bei der Sommerreise der SPD-Spitze bei einer Wahlkampfveranstaltung in der Innenstadt. Esken hält eine «Kooperationsregierung» nach der Bundestagswahl für
SPD-Chefin Saskia Esken macht sich In einem Fernsehinterview für den Hybridunterricht stark. Sie riet, in Schulen nur noch in kleineren Gruppen im Wechsel zu unterrichten.
© dpa, Rolf Vennenbernd, ve fdt pat

Allein die Landesregierung machte nicht mit, der Solinger Sonderweg wurde verboten. Die SPD will sich im Landtag heute trotzdem für eine Genehmigung einsetzen. Diesen Hybridunterricht, also der Wechsel von Präsenz- und Distanzbeschulung, befürwortet auch die SPD-Chefin Saskia Esken. In einem Fernsehinterview riet sie, in Schulen nur noch in kleineren Gruppen im Wechsel zu unterrichten. Für Kinder und Jugendliche sei es wichtig, ihre Lehrer und Mitschüler regelmäßig zu treffen. Und kleinere Gruppen seien günstiger für den Infektionsschutz.

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