Aktuelle Zahlen der Bundesagentur für Arbeit

Deutschland verliert in der Corona-Pandemie Tausende Pflegekräfte

Pflegekräfte schieben Essen für Patienten über einen Flur in einem Krankenhaus. Foto: Peter Steffen/Archiv
Pflegekräfte schieben Essen für Patienten über einen Flur in einem Krankenhaus. Foto: Peter Steffen/Archiv
© deutsche presse agentur

10. März 2021 - 8:31 Uhr

Balkon-Applaus allein reicht nicht

Die Corona-Pandemie hat einen Berufsstand besonders in den Fokus gerückt: die Pflege. Vielen wurde spätestens beim Applaus auf den Balkonen im Frühjahr 2020 bewusst, wie wichtig Pflegekräfte sind. Aber der Applaus allein hat nicht gereicht. Zwischen Anfang April und Ende Juli vergangenen Jahres hat Deutschland rund 9.000 Pflegerinnen und Pfleger verloren. Das geht aus bislang unveröffentlichten Daten der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervor, berichten die Zeitungen der "Funke Mediengruppe".

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Besonders betroffen: Pflege in den Krankenhäusern

Besonders betroffen war die Krankenpflege in den Kliniken. Dort ging die Beschäftigten-Zahl in der ersten Hochphase der Corona-Krise um 5.124 zurück, in der Altenpflege waren es zwischen April und Juli vergangenen Jahres 3.885.

Dem Bericht zufolge waren alle 16 Bundesländer betroffen. Im klinischen Bereich sei der Rückgang des Personals in Bremen mit 1,7 Prozent am stärksten, gefolgt von Sachsen-Anhalt, Thüringen, dem Saarland und Rheinland-Pfalz. In der Altenpflege habe Hessen mit einem Minus von 1,6 Prozent den größten Einbruch verzeichnet. Danach folgten Bremen, Bayern, Hamburg und Niedersachsen.

Wer soll dafür die Verantwortung tragen?

Eine von vielen, unterschiedlichen Perspektiven zu dieser Frage ist die der pflegepolitischen Sprecherin der Linken im Bundestag, Pia Zimmermann. Sie machte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn für diese Entwicklung verantwortlich. Sie warf der Regierung vor, die Lage durch eine verfehlte finanzielle Ausgestaltung der Kranken- und Pflegeversicherung zu verschärfen. "Zusätzliche und deutlich besser entlohnte Pflegekräfte werden sofort gebraucht." Hierzu müssten bislang privat versicherte Spitzenverdiener "auf alle ihre Einkünfte einheitlich und solidarisch Beiträge entrichten".