Dabei wäre das oft zu verhindern

Viele Corona-Tote sterben an Blutvergiftung

Jedes Jahr sterben rund 75.000 Menschen in Deutschland an einer Sepsis. Etwa 15.000 bis 20.000 davon könnten laut der deutschen Sepsis-Stiftung gerettet werden (Symbolbild).
© dpa, Robert Michael, ert exa

22. Januar 2021 - 10:34 Uhr

Jedes Jahr sterben 75.000 Menschen an Sepsis

Viele Corona-Patienten sterben nach Auskunft der deutschen Sepsis-Stiftung an einer unerkannten Blutvergiftung. Dabei könne ein solcher Verlauf durch eine bessere Früherkennung und eine angepasste Behandlung oft verhindert werden.

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Corona-Patienten gehen zu spät ins Krankenhaus

Nach wie vor gebe es eine weit verbreitete Unkenntnis über das Thema Sepsis in der Bevölkerung, aber zum Teil auch beim medizinischen oder pflegerischen Personal, sagte der Stiftungs-Vorsitzende Konrad Reinhart dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

"Ein großes Problem ist, dass viele Patienten, die sich mit einer unkomplizierten Covid-19-Erkrankung zu Hause kurieren wollen, nicht rechtzeitig bemerken, wenn diese in eine Sepsis übergeht", erläuterte Reinhart. "Wer Anzeichen wie ein plötzliches extremes Krankheitsgefühl, Fieber, einen hohen Puls, Verwirrtheit oder Schüttelfrost bemerkt, sollte auf keinen Fall abwarten und sofort ein Krankenhaus aufsuchen oder den Notarzt rufen."

Blutvergiftung kann innerhalb von Stunden zum Tod führen

Bei einer Sepsis - allgemein Blutvergiftung genannt - handelt es sich um eine Überreaktion des Immunsystems auf eine Infektion. Diese schädigt Organe und kann innerhalb von Stunden zum Tod führen.

Sepsis spielt nach Angaben des Intensivmediziners Reinhart nicht nur bei Corona eine entscheidende Rolle, sondern auch bei Ebola, Grippe oder jeder zukünftigen Pandemie, unabhängig vom Erreger. Daher fordert er einen Nationalen Sepsisplan.

Nach Angaben der Sepsis-Stiftung sterben jedes Jahr rund 75.000 Menschen in Deutschland an einer Sepsis. Etwa 15.000 bis 20.000 davon könnten nach Darstellung der Stiftung gerettet werden, wenn die Erkrankung rechtzeitig erkannt und adäquat behandelt werden würde.

Toter nach Corona-Reinfektion starb an Sepsis

In Baden-Württemberg ist ein 73 Jahre alter Mann nach einer zweiten Corona-Infektion ebenfalls an einer Sepsis sowie an einer Covid-19-Pneumonie (Lungenentzündung) gestorben. Es ist der erste bestätigte Todesfall in Deutschland nach einer Reinfektion.

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Quelle: DPA/RTL.de