Corona: Ticket-Stornierungen am Staatstheater - Kinos leiden

Ein Schild weist auf die 2G-Regel hin. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild
Ein Schild weist auf die 2G-Regel hin. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild
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29. November 2021 - 19:42 Uhr

Schwerin (dpa/mv) - Die Kultur in Mecklenburg-Vorpommern leidet massiv unter den geltenden 2G-plus-Beschränkungen, die unter anderem in Museen, Theatern und Kinos den Zutritt nur Geimpften und Genesenen mit einem zusätzlichen Negativtest erlauben. Das Mecklenburgische Staatstheater verbuchte seit Montag vergangener Woche rund 300 Kartenstornierungen, wie eine Sprecherin am Montag der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Bereits vor der Einführung der 2G-plus-Regel sei der Vorverkauf für Vorstellungen in den kommenden Wochen zurückgegangen. Die Besucher zeigten sich aufgrund der steigenden Infektionszahlen offenbar zurückhaltend, Veranstaltungen zu besuchen. Viele seien auch unsicher, welche Tests sie für einen Theaterbesuch vornehmen lassen müssten oder wo dies möglich sei, berichtete die Sprecherin. Das Staatstheater plane deshalb, ein eigenes Testzentrum einzurichten.

Auch in den Kinos herrscht Krisenstimmung. Die Besucherzahlen seien massiv eingebrochen, "bis hin zu einstelligen Besucherzahlen am vergangenen Wochenende", sagte der Geschäftsführer der Filmland MV GmbH, Volker Kufahl. Viele gewerbliche Kinos spielten nur noch tageweise. Die Testinfrastruktur fehle, dadurch könnten sich Leute nicht für 2G plus "frei testen".

Mitarbeiter Fabian Liebenow von der Filmland MV GmbH schrieb in einem Brief an die Kinomacher im Land, mit den 2G-plus-Vorgaben, die seit letztem Donnerstag in Kraft sind, sei nicht wirtschaftlich zu arbeiten. Die Regeln kämen einem "Lockdown durch die Hintertür" gleich. Die ersten Kinos hätten bereits angekündigt, wieder zu schließen. Dabei sei zu beachten, dass bei einer "freiwilligen" Betriebsschließung möglicherweise der Anspruch auf Überbrückungshilfe und andere staatliche Hilfen entfalle.

Auf den Dörfern gibt es kaum noch öffentliche Filmvorführungen. Nach Angaben des Landesverbandes Filmkommunikation, der Filme für derartige Aufführungen an Vereine und ähnliche Anbieter vermittelt, haben von 41 aktiven Spielstellen im Land bisher 32 wegen 2G plus storniert.

Erste Museen schließen: Das Schliemann-Museum in Ankershagen und das 3-Königinnen-Palais in Mirow (beides Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) stellen den Regelbetrieb an diesem Dienstag ein, wie die beiden Häuser mitteilten. "Diese Entscheidung wurde aufgrund des derzeit stark zunehmenden Infektionsgeschehens im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte getroffen", hieß es. Lediglich angemeldete Gruppen ab zehn Personen könnten bei Einhaltung aller Hygienevorschriften noch kommen.

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Quelle: DPA