Menschen wissen nichts von ihrem positiven Tests

Corona-Tests in Bayern: Stecken die 900 Infizierten jetzt wahllos andere Menschen an?

13. August 2020 - 19:20 Uhr

Wie verhalten sich die Urlaubsrückkehrer?

900 Infizierte. 900 Menschen, die nicht wissen, dass ihr Corona-Test positiv ist. Diese Zahl geistert jetzt durch die Welt und macht vielen Menschen Angst. 44.000 Reiserückkehrer haben nach dem Test in Bayern noch kein Ergebnis bekommen. Aber klar ist: 900 Tests sind positiv.  Eine riesige Panne.

Wie verhalten sich diese Urlaubsrückkehrer jetzt? Haben sie womöglich noch mehr Menschen angesteckt, weil sie nichts von ihrer Infektion wissen? Sind das berechtigte Sorgen? Wie hoch ist jetzt die Gefahr? Darüber haben wir dem Virologen Jonas Schmidt-Chanasit gesprochen. Der gibt aber vorsichtige Entwarnung. Mehr dazu im Video.

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Ministerpräsident steht unter Druck

Nach der bayerischen Corona-Testpanne stehen Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und seine Staatsregierung nun massiv unter Druck. Scharfe Kritik kam von der Opposition im Bundestag: "900 positiv Corona-Getestete nicht zu informieren, ist Körperverletzung gegenüber denen, die diese anstecken", twitterte FDP-Vizefraktionschef Alexander Lambsdorff. "Wo ist Söder? Sonst immer vorneweg, schickt er jetzt seine Gesundheitsministerin vor. Peinlich". Der Bundesgeschäftsführer der Grünen, Michael Kellner, schrieb: "Das ist das Ergebnis einer Politik der CSU, die auf Show statt Substanz setzt."

Das bayerische Gesundheitsministerium betonte, dass die 900 positiv Getesteten bis zum Donnerstagmittag informiert werden sollten. "Es wird telefoniert, die Menschen werden informiert", sagte ein Ministeriumssprecher. "Wir tun alles dafür, das umzusetzen, und sind zuversichtlich, dass wir das schaffen." Insgesamt waren bis Mittwochabend über 44.000 Testergebnisse noch nicht verschickt worden. Manche Urlauber warten seit zwei Wochen auf ihre Ergebnisse. Das ist der Zeitraum, der auch für eine freiwillige Quarantäne gilt.

Die Mitarbeiter des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mussten in der Nacht zum Donnerstag Überstunden einlegen, um Testergebnisse zu verschicken. Am Donnerstag war dann die Corona-Hotline des Landesamts nicht mehr erreichbar. Das Bürgertelefon sei "aus organisatorischen Gründen" nicht besetzt und erst wieder am Freitag von 8 bis 18 Uhr erreichbar, hieß es am Donnerstagvormittag in einer automatischen Ansage. Das Landesamt ist die erste Stelle in Bayern für Corona-Tests und alle damit zusammenhängenden Fragen.

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