Ab Samstag ist das Pflicht

Jens Spahn: Corona-Testpflicht für Einreisende aus Risikogebieten

07. August 2020 - 9:56 Uhr

von Cordula Robeck

In Deutschland gibt es ab Samstag eine Corona-Testpflicht für Einreisende aus Risikogebieten. Das kündigte Gesundheitsminister Jens Spahn an. Spahn halte dies für einen zumutbaren Eingriff in die Freiheit. "Wir müssen gegenseitig aufeinander aufpassen und uns schützen."

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Corona-Testpflicht für Einreisende: Gerechtfertigt oder nicht - was denken Sie?

Corona-Testpflicht: Wer sich weigert, muss zahlen

In den ersten Bundesländern gehen die großen Ferien zu Ende – da will der Bundesgesundheitsminister auf Nummer Sicher gehen: wer mit dem Flugzeug aus Gebieten mit hohen Fallzahlen nach Deutschland einreist und keinen aktuellen Test vorweisen kann, wird ab dem Wochenende schon am Flughafen getestet. Zwar müssen Einreisende schon jetzt entweder einen höchstens zwei Tage alten, negativen Test vorweisen können – oder zwei Wochen lang in Quarantäne. Aber das blieb oft reine Theorie – denn die Gesundheitsämter konnten die Angaben der Reisenden kaum zeitnah überprüfen.

"Das ist ein zumutbarer Eingriff"

Neue Ausbruchsherde sind Luxemburg, Regionen in Nordspanien oder der Raum um das belgische Antwerpen.  Wer von dort ankommt und noch am Flughafen keinen aktuellen Test vorweisen kann, muss einen Mund- Nasen- Abstrich erdulden – und in Quarantäne bis das Ergebnis vorliegt. Wer sich weigert, dem droht ein Bußgeld.

Reiserückkehrer aus dem Balkan machen Jens Spahn Sorgen

Auch Spahn gibt zu: die neue Testpflicht ist durchaus ein "Eingriff in die Freiheit des Einzelnen" – trotzdem findet er sie notwendig. Denn aktuell werden täglich rund 1.000 Neuinfektionen nachgewiesen – damit könne unser Gesundheitssystem zwar umgehen – "aber wenn die Steigerung sich fortsetzt, wird es schwierig", sagt der Minister in der Pressekonferenz.

Auch die Reiserückkehrer aus den Westbalkanländern wie beispielsweise nach dieser Abi-Fahrt aus Kroatien oder aus Teilen der Türkei machen dem Minister Sorge. Deshalb muss künftig jeder, der mit dem Auto aus solchen Gebieten kommt, innerhalb von 14 Tagen einen aktuellen Test vorlegen – und auch nachweisen, dass er solange in Quarantäne war.

„Die Pandemie ist noch da.“

Durch die zusätzlichen Tests hofft Jens Spahn, das Ansteckungsrisiko zu verringern. Er nennt die Testpflicht einen "echt großen Sicherheitsgewinn". Die Kosten übernimmt letzten Endes der Bund – und damit wir alle, die Steuerzahler.

Keine Testkapazitäten für Fußballspiele

Der Idee mancher Fußball-Vereine, zehntausende Fans vor dem Spiel testen zu lassen, um Publikum im Stadion wieder möglich zu machen, erteilt Spahn dagegen eine klare Absage: "Die Tests brauchen wir woanders", so die Ansage des Ministers.

Spahn findet deutliche Worte für Test-Verweigerer

Rückkehrern aus Risikogebieten, die einen Test verweigern, droht ein Bußgeld – im schlimmsten Fall bis zu 25.000 Euro, sagte Spahn. Ergänzend fügte er hinzu, dass "wer bockig, verweigernd aus einem Risikogebiet zurückkehrt" und glaube, er habe es mit dem Bußgeld hinter sich, würde irren. "Wer keinen Negativtest hat, muss zwei Wochen in Quarantäne", so der Bundesgesundheitsminister.

Appell an alle Bürger

Jens Spahn appellierte angesichts wieder deutlich steigender Corona-Infektionszahlen (Übersicht der Zahlen nach Landkreisen hier) an die Bürger, die Hygieneregeln einzuhalten. Wo das Virus eine Chance habe, breite es sich aus und nehme keine Rücksicht auf die Urlaubszeit, mahnte der Minister. Abstand halten, Mund- und Nasenschutz, Händewaschen seien ein "kleiner Preis", wenn man bedenke, wie schnell sich die Pandemie ausbreiten könne.

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