Ein Erfahrungsbericht

Corona-Symptome nach Ski-Urlaub: Die Odyssee bis zum Test-Ergebnis

Christopher Wittich wartet in freiwilliger Quarantäne seit Tagen auf sein Corona-Test-Ergebnis.
© RTL

25. März 2020 - 8:55 Uhr

Gar nicht so leicht, sich auf Corona testen zu lassen

"Wenn Sie negativ sind, werden Sie es nicht erfahren." Diesen Satz hören viele Menschen, die gerade in einer Hotline probieren, das Ergebnis ihres Corona-Tests zu erfragen. Unser Kollege Christopher Wittich befindet sich in häuslicher Quarantäne. Er war im Ski-Urlaub in Tirol und bekam dann Symptome. Doch es ist gar nicht so leicht, sich auf Corona testen zu lassen.

Hier sein persönlicher Erfahrungsbericht.

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von Christopher Wittich

Am 11. März kam ich aus Sölden/Tirol zurück. Einige Tage Skifahren lagen hinter mir. Zurück in Frankfurt kämpfte ich mit Erkältungs-Symptomen: Husten, Schnupfen, Kopfweh. Als zwei Tage später das Bundesland Tirol in Österreich zum Corona-Risikogebiet erklärt wurde, hat mein Hausarzt entschieden, dass ich mich testen lassen solle. Das war am Freitag. Es dauerte bis Montag, um über die Hotline 116117 einen Termin für einen Corona-Test zu bekommen.

Die Schlange war mehrere hundert Meter lang, als ich um 9 Uhr an der Uniklinik Frankfurt ankam. Fast drei Stunden anstehen für einen Abstrich im Rachenraum und im Nasenbereich. Als Informationsmaterial gab es nur einen Zettel mit Verhaltens-Empfehlungen. "Keine öffentlichen Verkehrsmittel nutzen", "1,5 Meter Abstand halten", "die Wohnung bitte nicht verlassen, bis das Ergebnis da ist".

Seit 13 Tagen freiwillig in Quarantäne - und immer noch kein Ergebnis

Und genau da beginnt das Problem: Heute sind acht Tage vergangen nach meinem Test und ich habe noch immer kein Ergebnis. Ich befinde mich seit 13 Tage freiwillig in häuslicher Quarantäne. Aber einen medizinischen Befund habe ich nicht.

Eine Hotline steht in Hessen zur Verfügung, um alle Fragen rund um das Coronavirus zu beantworten. Bei der Probenentnahme erfuhr ich, dass ich dort auch anrufen kann, um mein Ergebnis zu erfahren. Mehrfach täglich hörte ich nach dem Wählen der Nummer den immer gleichen Satz: "Unsere Abfrageplätze sind zur Zeit alle belegt. Bitte versuchen sie es später wieder."

Inzwischen habe ich tatsächlich jemanden erreicht. Die Antwort: "Ihr Ergebnis können wir Ihnen nicht mitteilen, darauf haben wir leider keinen Zugriff. Aber ich kann ihnen sagen, dass es im Moment bis zu neun Tage dauern kann, bis Sie ihr positives Testergebnis bekommen". Auf meinen Einwand, es könne ja auch sein, dass ich negativ bin, antwortete die Dame an der Hotline: "Wir rufen Sie nur an, wenn Sie positiv getestet werden. Sollten Sie nichts von uns hören, können sie eigentlich davon ausgehen, dass sie negativ sind."

Ohne Corona-Ergebnis - was soll ich jetzt tun?

Doch wie soll ich mich jetzt verhalten, wenn ich kein Ergebnis bekomme? Wenn ich nicht informiert werde - ein Leben in der Ungewissheit. Ohne Verhaltens-Hinweise von medizinischen Experten. Ich kam aus einem Risikogebiet zurück, ich hatte Symptome und wie sich herausstellte, hatte ich Kontakt zu einer positiv getesteten Person. Vieles scheint für eine Infektion zu sprechen. Gerade deswegen fällt es mir sehr schwer, zu akzeptieren, dass ich einen Nicht-Anruf einfach als negatives Ergebnis bewerten soll.

Die Bundesregierung beschloss aktuell die härtesten Einschnitte des freiheitlichen, des menschlichen Zusammenlebens. Die Grundlage für diese Entscheidung sind Daten. Es soll noch mehr getestet werden, damit man noch mehr Daten hat und bewerten kann, wie sich das Virus ausbreitet. Wenn dem so ist, muss es möglich sein, jemandem, der getestet wurde, zu sagen, wie sein Ergebnis ist. Egal, ob positiv oder negativ.