Studie aus Irland zu Corona-Spätfolgen

Covid-19-Patienten leiden offenbar langfristig an Müdigkeit und Erschöpfung

Wer eine Corona-Erkrankung überstanden hat, könnte laut einer Studie langfristig mit Müdigkeit und Erschöpfung zu kämpfen haben.
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22. September 2020 - 16:28 Uhr

Frauen wohl häufiger betroffen als Männer

Irische Forscher haben sich in einer kleinen Studie mit 128 Corona-Patienten auf die Folgeschäden nach einer Covid-19-Erkrankung konzentriert. Das Ergebnis: Laut den Wissenschaftlern des Trinity College in der irischen Hauptstadt Dublin leidet über die Hälfte der Genesenen nach überstandener Corona-Erkrankung unter Müdigkeit und Erschöpfung. Frauen seien dabei häufiger betroffen als Männer.

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Kein Zusammenhang zu Schwere der Krankheit

"Während die Symptome einer anhaltenden Covid-19-Erkrankung inzwischen gut charakterisiert werden können, bleiben die mittel- und langfristigen Folgen einer Infektion unerforscht", sagt Studienleiter Liam Townsend vom Trinity College in Dublin.

Die Teilnehmer waren durchschnittlich zehn Wochen nach der Genesung in die Analyse einbezogen worden. 67 Prozent aller Probanden mit Ermüdungssyndrom waren weiblich. Häufiger betroffen waren zudem Menschen, bei denen früher Angstzustände oder Depressionen diagnostiziert worden waren. Von 61 Teilnehmern ohne andauernde Abgeschlagenheit hatte nur einer bereits eine solche psychische Störung. Von 67 Personen mit anhaltender Müdigkeit hatten neun zuvor Angstzustände oder Depressionen.

Die Teilnehmer waren im Durchschnitt 50 Jahre alt. Zusammenhänge etwa mit Entzündungswerten im Blut oder der Schwere der Corona-Erkrankung schlossen die Experten aus. Sie plädieren dafür, das Phänomen genauer zu untersuchen. Die Forscher wollten ihre Ergebnisse auf einer Online-Konferenz zum Coronavirus präsentieren, die vom 23. bis 25. September stattfindet.

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