Corona später nicht tödlicher, aber ansteckender

Corona-Mutation: Bei zweiter Welle ist das Virus ansteckender als zuvor, so eine Studie aus Houston

Coronavirus-Ausbruch und Coronaviren-Grippe-Hintergrund
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28. September 2020 - 11:30 Uhr

Corona-Mutation erhöht Ansteckungsgefahr

Eine Studie des "Houston Methodist Hospital" ist die erste, die Proben des Coronavirus an zwei verschiedenen Zeitpunkten miteinander verglichen hat. Mit dem Ergebnis, dass bei später entnommenen Proben – während der zweiten Corona-Welle in der US-Stadt Houston im Juli  – mehr Zellen infiziert waren als zuvor. Die Forscher untersuchten die Gene von 5.085 Patienten und stellten fest, dass fast alle DNA-Stränge aus der zweiten Welle eine Mutation hatten, das sogenannte D614G. Diese Veränderung sorge dafür, dass das Virus weitere "Spitzen" ausbaut. Und genau diese Spitzen benutzt das Virus, um sich an gesunde Zellen anzuheften. Weshalb es nun als infektiöser gilt als das Virus der ersten Welle.

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Patienten hätten signifikant höhere Mengen des Virus

Bei Patienten der zweiten Welle konnte eine signifikant höhere Menge des Virus in den Proben festgestellt werden. Tödlicher wird das Virus durch die Mutation aber nicht. Wie stark die Erkrankung Covid-19 bei den Patienten ausfällt, würde eher mit den medizinischen Bedingungen und Genen der Patienten zusammenhängen. Allerdings fanden die Forscher auch heraus, dass manche Teile des Stachelproteins des Coronavirus verschiedene Mutationen aufwiesen – und ausgerechnet auf dieses Protein fokussieren sich die meisten Forscher bei der Suche nach einem Impfstoff. Möglicherweise ist das ein Indikator dafür, dass das Virus sich verändert, um der Immunantwort des Körpers zu entkommen. Mehrere Studien hatten bereits festgestellt, dass das Coronavirus mutiert, um sich an seinen menschlichen Wirt anzupassen. Das könnten also auch bedeuten, dass das Virus den Impfstoffentwicklern einen Schritt voraus ist.

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