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Corona-Studie mit Preis ausgezeichnet: Lässt sich so ein schwerer Krankheitsverlauf verhindern?

Bahnbrechende Erkenntnis

Forschungsteam entdeckt Ursache für schwere Corona-Verläufe und bekommt Preis

 Behandlung eines Patienten auf Intensivstation für Covid-Patienten, Krankenhaus Agatharied, Agatharied, Bayern, Deutschland, Europa *** Treatment of a patient in intensive care unit for Covid patients, Hospital Agatharied, Agatharied, Bavaria, Germa
Was sind die Trigger für einen schweren Corona-Verlauf? Forscher aus Zürich haben darüber spannende Erkenntnisse erlangt.
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In vielen Fällen verläuft eine Corona-Infektion unbedenklich, vor allem seitdem die Omikron-Variante in Deutschland kursiert. Doch bei einigen Covid-19-Erkrankten wird der Gesundheitszustand plötzlich kritisch und Patienten müssen im Krankenhaus behandelt werden. Für die schweren Corona-Verläufe gibt es bestimmte Warnzeichen, wie Forscher jetzt festgestellt haben. Die bahnbrechenden Erkenntnisse könnten zukünftigen Patienten das Leben retten.

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Schwere Corona-Verläufe: Was sind die Trigger bei Betroffenen?

Seit Beginn der Pandemie ist klar, dass bestimmte Faktoren wie ein hohes Alter oder Vorerkrankungen das Risiko für einen schweren Corona-Verlauf erhöhen. Doch immer gibt es Patienten, die diesem Patienten-Typus nicht entsprechen und trotzdem schwer erkranken. Umso rätselhafter war es für Mediziner bisher, warum junge oder sehr sportliche Menschen auch einen schweren Verlauf erleiden können. Welche Trigger könnten den schweren Verlauf ausgelöst haben?

In der Corona-Forschung nimmt diese Frage seit 2020 einen hohen Stellenwert ein. Sie ist Gegenstand vieler Studien. Die Immunologin Dr. Stefanie Kreutmair und ihr Team vom Institut für Experimentelle Immunologie der Universität Zürich haben sich mit den Warnzeichen für schwere Corona-Verläufe beschäftigt und dabei nun spannende Erkenntnisse erlangt.

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Schwere Covid-19-Verläufe: Immunantwort Betroffener ist anders – Forscher entdecken Besonderheit

Wie Kreutmair und ihr Team herausfanden, liegt die Krux schon in der Reaktion des Immunsystems. Die körpereigene Abwehr von Menschen mit schweren Krankheitsverläufen reagiert anders als das Immunsystem von Menschen mit leichten Covid-Krankheitsverläufen. Laut der aktuellen Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) haben die Schweizer Forscher mithilfe eines neuartigen Analyseverfahrens herausgefunden, worin die Besonderheit in der Immunantwort bei schweren Corona-Verläufen liegt.

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Bei Corona-Patienten mit schwerem Verlauf: Bestimmte Gruppe von Killer-T-Zellen fehlt im Blut

Der Grund ist ein Mangel einer bestimmten Gruppe sogenannter Killer-T-Zellen im Blut. Bei der Untersuchung von schwer erkrankten Covid-19-Patienten im Krankenhaus hatte sich dies schon bei der Aufnahme herausgestellt. „Dies könnte ein wichtiges Frühwarnzeichen für einen schweren Verlauf der Sars-CoV-2-Infektion sein und sich als Indikatorwert eignen“, heißt es in der DGIM-Pressemitteilung. Für die neuen bahnbrechenden Studienergebnisse wurde das Team jetzt mit dem Theodor-Frerichs-Preis 2022 ausgezeichnet.

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„Patienten könnten dann frühzeitig spezifisch gegen SARS-CoV-2 behandelt werden“

„Die Ergebnisse könnten unmittelbaren Einfluss auf die Behandlung von Patienten mit Covid-19 im Krankenhaus haben“, erklärt DGIM-Generalsekretär Professor Dr. med. Georg Ertl in der Pressemitteilung. „Der Bluttest könnte helfen, das Risiko für einen schweren Verlauf frühzeitig zu erkennen. Diese Patienten könnten dann engmaschiger überwacht und frühzeitig spezifisch gegen Sars-CoV-2 behandelt werden“, so Ertl. Professor Dr. med. Johannes Mann, Vorsitzender des Preiskomitees.

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Zürich-Studie: Immunabwehr von 121 Covid-19-Patienten wurde untersucht

Um zu den Erkenntnissen zu erlangen, hat Stefanie Kreutmair in ihrer Studie die an der Immunabwehr beteiligten Zellen von insgesamt 121 Covid-19-Patienten genauer untersucht. Die Resultate wurden mit den Daten von 21 gesunden Menschen verglichen und mit denen von 25 Erkrankten, die mit einer schweren, aber nicht durch Sars-CoV-2 verursachten Lungenentzündung zu kämpfen hatten, erklärt die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin. Die Studie wurde auf dem Fachportal Cell veröffentlicht. (mjä)