Sein bekanntestes Mitglied ist Affe Robby

Corona-Stopp statt „Manege frei“ – Circus Belly ist in Bremen gestrandet

07. Mai 2020 - 20:06 Uhr

Stillstand sorgt für leere Kassen

Viele Unternehmer, die unter der Coronakrise bisher leiden mussten, können langsam wieder aufatmen. Gastronomen und Zoos dürfen beispielsweise ihre Türen unter Auflagen wieder für Gäste öffnen. Circus Belly allerdings sitzt nun schon seit Ende Februar in Bremen fest und verdient kein Geld mehr. Bisher ist unklar, wann es weitergeht. Aber der Zirkuschef versprüht im Video trotzdem Optimismus.

Keine Show seit zwei Monaten mehr

Es geht nicht vor und nicht zurück. Die Festwiese im Bremer Stadtteil Oberneuland ist seit mehr als zwei Monaten das Übergangszuhause von Zirkuschef Klaus Köhler, seiner Familie und den 60 Tieren. Schon längst hätten sie weiterziehen müssen, ihre Tour durch Deutschland fortsetzen. Doch wegen der Corona-Pandemie ist das nicht möglich. Laut Klaus Köhler ist es das erste Mal in der mehr als 350-jährigen Familiengeschichte, dass der Zirkus festsitzt. "Das hat noch nicht mal mein Großvater erlebt sowas. Auch wo Krieg war, der erste Weltkrieg, da konnte der noch mit dem Zirkus arbeiten," sagt Klaus Köhler im RTL-Interview.

Das Futter wird knapp

Die Familie hält zusammen, das weiß Klaus Köhler, aber um seine Tiere, die Pferde, Kamele, Lamas und Schimpanse Robby macht sich der Zirkuschef Sorgen. Robby, dessen Geschichte in den vergangenen Jahren Schlagzeilen machte, weil der Menschenaffe vom Zirkus getrennt werden sollte, ist zudem Risikopatient. Weil kein Geld mehr mit Eintrittsgeldern verdient wird, ist der Zirkus mittlerweile auf Spenden angewiesen. Einige Landwirte aus der Umgebung haben dem Zirkus schon mit Futter, wie zum Beispiel Heu, ausgeholfen, aber Klaus Köhler erwartet nicht von diesen Unterstützern, dass es immer so weiter geht. Auf Facebook ruft der Zirkus seine Follower zum Spenden auf.

Langeweile kommt trotzdem nicht auf

Auch wenn der normale Spielbetrieb gerade nicht stattfindet und Klaus Köhler seine Gastartisten nach Hause geschickt hat, herrscht auf dem Gelände trotzdem etwas wie Alltag, nur eben ohne die Shows. Die Tiere und 25 Zirkusmitglieder trainieren trotzdem weiter. Bei Köhlers Enkelin Fabiana hört sich das schon fast nach Stress an: "Ich fange erst meine Schule an, die mache ich zwei bis drei Stunden und dann gehe ich sofort trainieren. Das mach ich so zirka zwei Stunden." Und später am Tag übt sie dann nochmal zwei Stunden, erzählt die Artistin. Außerdem putzt sich der Zirkus in dieser Zeit besonders heraus, restauriert zum Beispiel den alten Kassenwagen. Denn eines will das Familienunternehmen: Dass sich die Besucher, wenn sie wieder kommen dürfen, in der Zirkuswelt richtig willkommen fühlen.