Eltern prüfen juristische Schritte

Elmshorn: Halber Jahrgang rasselt nach Corona-Pause durch Abiprüfungen

Eines steht fest: Der Abi-Jahrgang 2020 musste seine Prüfungen unter völlig neuen Bedingungen ablegen.
© Imago Entertainment, Becker&Bredel

30. Juni 2020 - 10:41 Uhr

Halber Abi-Jahrgang fällt durch: Wurden die Schüler während der Corona-Pause alleingelassen?

In einer Schule in Elmshorn bei Hamburg sind 13 von 28 Schülern des Abiturjahrgangs durch die schriftliche Prüfung gefallen. Die Eltern der Jugendlichen prüfen nun scheinbar rechtliche Schritte gegen die Schule. Diese habe die Schüler während der Corona-Schließungen alleine gelassen.

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Debatte über ungleiche Abitur-Bedingungen

Entstehen durch die Corona-Pandemie unfaire Bedingungen für Schülerinnen und Schüler? Das wird zurzeit, laut einem Bericht des "Abendblatt", an der Freien Waldorfschule in Elmshorn diskutiert. Schließlich war dort, wie an allen Schulen in Deutschland, der Unterricht bedingt durch die Pandemie mehrere Wochen lang nur eingeschränkt möglich gewesen. Kann man von Schülern verlangen, unter diesen Umständen dieselben Leistungen zu erbringen wie vorherige Jahrgänge? Die Eltern der durchgefallenen Schüler, heißt es in dem Bericht, seien der Meinung: Die Schule habe ihre Kinder während der schwierigen Zeit alleine gelassen. "Diese Schüler stehen jetzt vor den Trümmern ihrer Schulzeit", beklagt eine Mutter gegenüber dem "Abendblatt".

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Abi-Corona-Panne 2020: Ist Elmshorn nur ein Einzelfall?

Zeigt die Abi-Panne an der Elmshorner Schule ein größeres Problem auf oder handelt es sich hierbei nur um einen Einzelfall? Der aktuelle Notendurchschnitt in der Region Hamburg spricht eher für Letzteres. Laut einer dpa-Meldung soll dieser sich nämlich – trotz des durch Corona eingeschränkten Unterrichts – in diesem Jahr insgesamt sogar verbessert haben. In den vergangenen zehn Jahren habe er jeweils zwischen 2,42 und 2,48 gelegen, 2020 liege er bei 2,36.

Auch der Geschäftsführer der Freien Waldorfschule Elmshorn, Nils Holthusen, glaubt nicht, dass an seiner Schule schlechtere Bedingungen herrschten. Es gebe mal gute und mal weniger gute Abschlussjahrgänge, lautet seine Einschätzung gegenüber dem "Abendblatt". Trotzdem habe seine Schule in einer Mail an die Eltern angekündigt, dass es zukünftig "strukturelle und personelle Veränderungen" bei den Prüfungen geben werde.

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