Weltweite Reisewarnung wird am 1. Oktober abgeschafft

Corona-Reisewarnungen: Jetzt kommt das Ampelsystem

Das neue Ampelsystem soll Klarheit bringen
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18. September 2020 - 14:23 Uhr

Ampelsystem soll globale Reisewarnungen ersetzen

Die allgemeine Covid-19-Reisewarnung des Auswärtigen Amtes für nicht notwendige, touristische Reisen in alle Länder außerhalb der EU und einzelner ausgenommener Staaten endet am 30. September. An ihre Stelle treten dann ab dem 1. Oktober weltweit differenzierte Reise- und Sicherheitsweise - oder einfacher und kurz: das Reise-Ampelsystem. An den Möglichkeiten zu reisen wird sich für Urlauber damit wohl nicht viel ändern. Doch das neue System soll für Reisende Klarheit in die teils unübersichtlichen Grenzregelungen der einzelnen Länder sorgen.

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Neues Corona-Ampelsystem für Reisewarnungen

Ein deutschlandweites Ampelsystem soll es für Reisende ab dem 1. Oktober einfacher machen, sich einen Überblick über mögliche Urlaubsziele zu verschaffen. Im Gegensatz zu den vergangenen Monaten werden Reisewarnungen dann zukünftig nicht mehr pauschal für ganze Länder ausgesprochen, sondern es wird genau geguckt, wie sich die Infektionszahlen in den einzelnen Regionen und Städte entwickeln und ob eine Reise dorthin risikofrei möglich ist. Die deutsche Bundesregierung hatte es in den letzten Wochen bereits so gehandhabt und galt damit als Vorreiter.

Regionen statt ganze Länder: Wie funktioniert das neue System?

Ob das neue Ampelsystem allerdings tatsächlich dabei hilft, die Lage in den jeweiligen Reiseregionen richtig einzuschätzen, ist derweil fraglich. Denn laut Reisemagazin FVW könnte die Datenlage in einzelnen Ländern zum Problem werden, da in einigen Ländern die Zahlen an Neuinfektionen nicht regional erfasst werden, sondern lediglich für das komplette Land.

Um für Urlauber trotzdem einen umfassenden Schutz gewährleisten zu können, orientiert sich das Ampelsystem ausschließlich an den Reisewarnungen und -hinweisen des RKI."Dieses beurteilt Risikogebiete nach festgelegten Grenzwerten und einer umfassenden Analyse der Gesundheitslage im Land", erklärt der FVW auf seiner Homepage.

Rot, Gelb, Grün - was bedeuten die einzelnen Farben?

Rot: Diese Länder und Regionen werden vom RKI als Risikogebiet eingestuft. Hier besteht also ein hohes Risiko, sich mit SARS-CoV-2 anzustecken, weswegen eindringlich davor gewarnt wird, in diese Regionen einzureisen. Aktuell sind laut der Bundesregierung weltweit derzeit 125 von 200 Staaten betroffen. Was Sie alles beachten müssen, wenn Sie aus einem Risikogebiet zurückkommen, lesen sie hier.

Gelb: In diesen Ländern ist die Corona-Lage zwar in Ordnung, allerdings müssen Reisende berücksichtigen, dass es für deutsche Urlauber Einreisebeschränkungen gibt, wie etwa Quarantänepflicht. Von Reisen in solche Gebiete soll künftig aber nur noch abgeraten werden und nicht mehr offiziell gewarnt.

Grün: In diesen Ländern und Regionen gibt es keine hohe Infektionszahlen. Eine Reise in diese Urlaubsziele ist daher unbedenklich. Neben den meisten EU-Ländern und dem Schengen-Gebiet zählen dazu aktuell 38 Länder.

Wer profitiert von der neuen Kategorisierung?

Wenn zum 1. Oktober die Reisewarnung für 160 Länder offiziell aufgehoben wird, können theoretisch wieder Reisen in bis zu 60 Länder stattfinden. Außerdem würde für rund 38 Länder die Einordnung als Risikogebiet entfallen. So gelten beispielsweise für die Länder Australien, Thailand, Kanada oder Tunesien offizielle Reisewarnungen - die Infektionszahlen dort sind allerdings gering, weswegen aus gesundheitlicher Sicht nichts gegen einen Urlaub dort sprechen würde.

Aber: Das neue Ampelsystem hat keinen Einfluss darauf, wie die jeweiligen Länder ihrerseits die Einreise in ihr Land regulieren. So dürfen beispielsweise in Australien nur australische Staatsbürger und deren engsten Angehörige einreisen und auch Thailand hat ein komplettes Einreiseverbot verhängt.