Schlachtbetrieb für 14 Tage geschlossen

Mittlerweile 1029 Tönnies-Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet

Bundeswehr-Soldaten helfen bei den Corona-Reihentests bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück.
© picture alliance, picture alliance/Bundeswehr/dpa, Bundeswehr

20. Juni 2020 - 15:24 Uhr

Neue Testergebnisse lassen Zahlen nach oben schnellen

Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischproduzenten Tönnies sind mittlerweile 1029 Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet worden. Dies teilte der Landrat des Kreises Gütersloh, Sven-Georg Adenauer, am Samstagnachmittag mit. Insgesamt lägen 3127 Befunde vor.

+++ Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus finden Sie in unserem Live-Ticker auf RTL.de +++

Nicht alle trugen Schutzmasken

Die Corona-Reihenuntersuchungen auf dem Gelände der Fleischfabrik Tönnies in Rheda-Wiedenbrück waren am heutigen Samstag fortgesetzt worden. Mehrere Kleinbusse mit ausländischen Kennzeichen brachten am Vormittag zumeist Männer zum Werk. Nicht alle trugen dabei Schutzmasken, berichtete eine dpa-Reporterin. Auch Fahrzeuge der Uniklinik Bonn und der Bezirksregierung Detmold kamen zum Schlachtereibetrieb. Mitarbeitende trugen Masken und Kühlboxen auf das Gelände. Auch Einsatzkräfte der Polizei waren vor Ort.

25 Bundeswehr-Soldaten helfen bei Proben-Entnahme

Der Kreis Gütersloh hatte die Anzahl der bei der Firma Tönnies bereits vorgenommenen Tests am Freitag mit 3500 angegeben. Allein an diesem Tag wurden demnach 1450 Mitarbeiter getestet. Die restlichen Befunde standen bislang noch aus. Seit Freitag helfen 25 Bundeswehr-Soldaten auf dem Tönnies-Gelände bei der Probenentnahme. Auch dutzende Medienvertreter hatten sich am Samstag vor dem Werkstor versammelt, um über das Geschehen zu berichten. Ihnen wurde der Zugang zum Gelände laut Bundeswehr aus Sicherheitsgründen untersagt.

Leiter des Krisenstabes: „Vertrauen in Tönnies ist gleich null“ - Fleischbetrieb für 14 Tage geschlossen

Das Verhältnis zwischen dem Kreis Gütersloh und der Firma Tönnies ist offenbar zerrüttet. "Das Vertrauen, das wir in die Firma Tönnies setzen, ist gleich Null. Das muss ich so deutlich sagen", sagte der Leiter des Krisenstabes, Thomas Kuhlbusch, am Samstag. Der Fachbereisleiter Gesundheit beim Kreis berichtete, dass Tönnies bis Freitag Listen der Beschäftigten geliefert hatte, bei denen bei 30 Prozent die Adressen fehlten. Bei Anfragen habe die Firma immer zögerlich reagiert. Außerdem teilte Kuhlbusch auf der Pressekonferenz mit, der Fleischbetrieb in Rheda-Wiedenbrück werde für 14 Tage geschlossen.

Kreis Gütersloh musste sich Zugriff auf Personalakten verschaffen

Der Kreis Gütersloh und der Arbeitsschutz haben sich deswegen in der Nacht zum Samstag Zugriff auf die Personalakten der Firma Tönnies verschafft. "Das Unternehmen hatte es nicht geschafft, uns alle Adressen zu liefern", sagte Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) am Samstag bei einer Pressekonferenz in Gütersloh. Daraufhin seien die Behörden am Freitagabend in die Konzern-Zentrale gegangen. Jetzt liegen 1300 Adressen von Wohnungen allein für den Kreis Gütersloh vor, wie der CDU-Politiker sagte.

Video-Playlist: Alles, was Sie über Corona wissen müssen