Erleichterungen für Geimpfte und Genesene

Das dürfen Geimpfte ab Samstag wieder

05. Mai 2021 - 13:18 Uhr

Bundesregierung beschließt Lockerungen

Schon ab Samstag könnten vollständig Geimpfte und Genesene wieder mehr Freiheiten haben. Unter anderem sollen Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen für sie nicht mehr gelten. RTL liegt der Entwurf aus dem Justizministerium vor. Die Bundesregierung hat diese Verordnung nun am Dienstag beschlossen. "Ein wichtiger Schritt hin zur Normalität", sagt Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) dazu. Noch in dieser Woche sollen Bundestag und Bundesrat endgültig darüber entscheiden. Wir zeigen, welche Regeln ab Samstag sehr wahrscheinlich gelten werden.

Keine Grenze mehr für private Treffen

Für Treffen, an denen ausschließlich vollständig Geimpfte oder Genesene teilnehmen, soll es keine Obergrenze mehr geben. Es dürften sich also unbegrenzt viele Menschen treffen, wenn alle Teilnehmer geimpft oder genesen sind. Nehmen noch andere, nicht immunisierte Personen an dem Treffen teil, gelten die Geimpften und Genesenen nicht als weitere Personen. Auch in diesem Fall können also schon bald deutlich größere Treffen wieder erlaubt sein.

Als vollständig geimpft gelten Menschen, deren zweite Impfung mindestens zwei Wochen zurückliegt. Insgesamt wären von den Lockerungen rund 8,45 Millionen Menschen in Deutschland betroffen.

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Keine Ausgangssperre mehr

Ausgangssperren sollen für Geimpfte und Genesene nicht mehr gelten. Wie diese Regelung umgesetzt werden soll und wie zum Beispiel Polizisten bei Kontrollen überprüfen sollen, ob man das Haus verlassen darf, steht nicht in dem Entwurf. Auch nicht, ob man seinen Impfpass ab Samstag mitführen sollte, wenn man das Haus nach der Ausgangssperre verlässt.

Keine Corona-Tests mehr

Geimpfte und Genesene sollen mit negativ-getesteten Personen gleichgestellt werden. Sie sollen "ohne vorherige Testung zum Beispiel Ladengeschäfte betreten, Zoos und botanische Gärten besuchen oder die Dienstleistungen von Friseuren und Fußpflegern in Anspruch nehmen" können.

Keine Quarantäne mehr

Wer eine Immunisierung hat, soll zukünftig auch von der Quarantänepflicht ausgenommen werden. Das gilt sowohl für Kontaktpersonen von Infizierten als auch für Personen, die aus dem Ausland einreisen. Es gibt aber eine Ausnahme: Wer Kontakt zu einer Person hatte, die mit einer in Deutschland noch nicht verbreiteten, aber besorgniserregenden Mutation infiziert ist, muss weiterhin in Quarantäne.

Nicht alle Regeln außer Kraft

Auch wer geimpft oder genesen ist, muss sich aber weiterhin an einige Maßnahmen halten. Maskenpflicht und Mindestabstand zum Beispiel sollen auch weiter für diese Menschen gelten. "Bei dem Gebot, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen oder einen Mindestabstand zu anderen Personen einzuhalten, handelt es sich um vergleichsweise wenig eingriffsintensive Schutzmaßnahmen, die aber dazu beitragen können, ein auch bei geimpften, genesenen oder getesteten Personen noch bestehendes Risiko einer Übertragung zusätzlich zu reduzieren", heißt es in dem Entwurf. Außerdem gelten die Lockerungen ausdrücklich nicht für Menschen, die typische Corona-Symptome zeigen – egal ob geimpft oder nicht.

Wer gilt als genesen?

Als genesen gilt man, wenn man eine Corona-Infektion durchgemacht hat. Das Testergebnis muss dabei mindestens 28 Tage alt und maximal sechs Monate alt sein. Im Entwurf ist die Rede von einem "Genesenennachweis". Das ist ein "Nachweis hinsichtlich des Vorliegens einer vorherigen Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 in deutscher, englischer, französischer, italienischer oder spanischer Sprache auf Papier oder in einem elektronischen Dokument wenn die zugrundeliegende Testung durch eine Labordiagnostik mittels Nukleinsäurenachweis (PCR) erfolgt ist". Aus dem Entwurf geht nicht hervor, ob es einen speziellen "Genesenennachweis" geben wird, oder ob das schriftliche Testergebnis des PCR-Tests ausreicht. Das Testergebnis sollten Genesene also unbedingt aufbewahren.

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