Diese Strafen drohen

Corona-Regelbrecher: "Wir werden doch so oder so angesteckt"

18. März 2020 - 21:07 Uhr

"Es ist ernst. Nehmen Sie es auch ernst" - Angela Merkel wählte deutliche Worte in ihrem bislang einzigartigen Appell an die Bevölkerung. Immer mehr Maßnahmen gelten in Deutschland, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, in Bayern wurde erstmals eine Ausgangssperre verhängt. Dennoch scheinen nicht alle den Ernst der Lage zu begreifen. Bei schönem Wetter gehen Eltern in Gruppen mit ihren Kindern auf den Spielplatz. Menschen treffen sich fröhlich in Parks oder feiern gar Coronapartys. Müssen wir zur Vernunft gezwungen werden?

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"Warum sollen wir uns zurückziehen und zuhause bleiben?"

"Wir werden doch so oder so angesteckt", sagt ein Jugendlicher in einer Kölner Parkanlage. "Ich habe Tendenzen gesehen, dass 70 Prozent der Bevölkerung angesteckt werden. Also kommt das so oder so. Warum sollten wir uns jetzt zurückziehen und alle zuhause bleiben? Das bringt nichts." Wie andere ihre Ausflüge rechtfertigen, sehen Sie im Video.

Es ist ein Verhalten, das im krassen Gegensatz zu den Warnungen der Experten des Robert Koch-Institus (RKI) steht. "Bleiben Sie möglichst zu Hause", hatte RKI-Vize-Präsident Lars Schaade schon am Montag an die Bevölkerung appelliert. Denn die Zahl derjenigen, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, steigt und steigt. Mittlerweile sind über 10.000 Fälle behördlich bekannt. Laut der italienischen Zeitung "L'Adige" muss in der Provinz Trient ein erkrankter 16-Jähriger künstlich beatmet werden. Auch wenn Jugendliche nicht zur Risikogruppe zählen zeigt der Fall, dass es fatal ist, die Auswirkungen von Covid-19 zu unterschätzen. Ob die Menschen auf Coronapartys davon wissen - fraglich.

Geld- und sogar Haftstrafen sind möglich

Wie also umgehen mit den Verweigerern? Die Polizei patroulliert und spricht die Menschen gezielt auf ihr Verhalten an. Zunächst wird in Gesprächen mit ausreichend Abstand darum gebeten, dass sich eine Personengruppe auflöst. Wer darauf nicht reagiert, muss mit einem Platzverweis rechnen - und Strafen. Denn Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz können eine Straftat darstellen. Geldstrafen und sogar Knast sind möglich.

Bundeskanzlerin Merkel machte in ihrer Rede deutlich, dass sie auf die Solidarität der Bevölkerung setzt. Sie fügte jedoch auch hinzu: "Halten Sie sich an die Regeln, die nun für die nächste Zeit gelten. Wir werden als Regierung stets neu prüfen, was sich wieder korrigieren lässt, aber auch: was womöglich noch nötig ist."

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