Menschen versuchten zu fliehen

Quarantäne in Göttingen: Hochhaus-Bewohner bewerfen und verletzen Polizisten

Coronavirus - Göttingen
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© dpa, Swen Pförtner, spf fdt

22. Juni 2020 - 8:33 Uhr

700 Menschen dürfen den Gebäudekomplex nicht verlassen

Seit Tagen dürfen 700 Bewohner einen riesigen Wohnkomplex in Göttingen nicht verlassen - das ganze Gebäude steht unter Quarantäne. Das wird einigen der Bewohnern offenbar nun zuviel. Einige von ihnen bewarfen Polizisten mit Gegenständen beworfen. Mehrere Beamte wurden dabei verletzt. Nach ersten Erkenntnissen war der Missmut bei den Bewohnern über die Quarantänemaßnahmen am Samstagnachmittag angestiegen, wie eine Polizeisprecherin sagte.

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Aus den Fenster flogen Gegenstände auf die Polizisten

​Der Gebäudekomplex mit knapp 700 Bewohnern steht seit Donnerstag vollständig unter Quarantäne, wie ein Stadtsprecher der dpa bestätigte. Das heißt: Seitdem darf kein Bewohner das Gebäude verlassen. Seit Donnerstag waren bei knapp 120 Menschen Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus festgestellt worden.

Am Samstagnachmittag hatten schließlich mehrere Bewohner versucht, von dem Gelände zu fliehen. Polizeiangaben zufolge wollten manche von ihnen Zäune überwinden, die stellenweise aufgestellt worden waren. Zudem seien die zur Amtshilfe eingesetzten Polizisten aus dem Gebäude heraus mit Gegenständen beworfen worden. Um welche Gegenstände es sich handelte, blieb zunächst unklar. Mehrere Beamte wurden dabei verletzt, eine genaue Anzahl nannte die Behörde nicht.

20.06.2020, Niedersachsen, Göttingen: Polizisten stehen vor einem unter Quarantäne gestellten Wohngebäude in der Göttinger Innenstadt. Zuvor fand vor dem Gebäude eine Demonstration gegen Mietenwahnsinn statt. Die Stadtverwaltung hat einen ganzen Wohn
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Im Göttinger Hochhaus leben auch 200 Kinder und Jugendliche

Nahezu direkt vor der Wohnanlage fand am Samstagnachmittag zudem eine Demonstration gegen zu hohe Mieten statt. Diese hätte eigentlich an einem anderen Ort in der Stadt stattfinden sollen, war aber kurzfristig verlegt worden, wie der Stadtsprecher bestätigte. Wie viele Menschen an der Demo teilgenommen hatten, war zunächst ebenfalls nicht bekannt.

Am frühen Abend hatte sich die Lage laut Polizei und Augenzeugen zunächst wieder beruhigt. Zwischenzeitlich war auch der Göttinger Oberbürgermeister Rolf-Georg-Köhler (SPD) vor Ort und hatte mit den Bewohnern das Gespräch gesucht.

Ursprünglich sollten am Samstagnachmittag diejenigen Bewohner des Gebäudekomplexes erneut untersucht werden, die bei einer ersten großen Testaktion ein negatives Ergebnis hatten. In der Wohnanlage leben nach Angaben der Stadt mehr als 200 Kinder und Jugendliche in prekären Wohnverhältnissen.

Quelle: dpa, RTL.de

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