Einreise in Nachbarländer nicht immer erlaubt

Corona-Pfingstverkehr: Diese Regeln auf den Straßen und in Zügen sollten Reisende kennen

05. Juni 2020 - 21:39 Uhr

Zu Pfingsten wird es meistens voll

Normalerweise ist zum langen Pfingstwochenende richtig viel los. Auf den Autobahnen staut es sich, die Züge sind voll. Kein Wunder, denn viele nutzen die Tage für einen Familienbesuch oder einen Urlaub. Doch in Zeiten Corona ändert sich so manches. Wie voll wird es auf den Straßen und in den Zügen? Welche Regelungen sollte man beachten und wie sieht's mit der Ansteckungsgefahr beim Reisen aus?

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ADAC: Auch dieses Jahr bleiben Autofahrer von langen Staus nicht verschont

Lange waren touristische Angebote in Deutschland wegen der Corona-Pandemie komplett lahmgelegt. Zu den Osterferien war es deshalb auch verhältnismäßig ruhig auf den Straßen. Da aber nun wieder in allen Teilen Deutschlands Hotels und Unterkünfte wieder öffnen, erwartet der ADAC aber auch wieder Staus. Eine Rolle spielt dabei auch, dass Flugreisen ins Ausland weiterhin nicht erwünscht oder noch nicht möglich sind. Viele Deutsche machen stattdessen einen Kurztrip mit dem Auto. Hinzu kommt außerdem, dass das sonst übliche Lkw-Fahrverbot an Sonn- und Feiertagen wegen der Corona-Krise ausgesetzt ist. "Wir werden definitiv mehr Verkehr und mehr Stau haben, insbesondere da, wo es in die Urlaubsquartiere geht", so ein ADAC-Sprecher gegenüber RTL.

Laut ADAC könnte es sich besonders am Freitagnachmittag und am frühen Abend, Samstagvormittag und Montagnachmittag stauen. Wer auf folgenden Strecken unterwegs ist, muss laut ADAC besonders mit Staus rechnen:

  • Großräume Hamburg, Berlin, Köln, München
  • Fernstraßen zur Nord- und Ostsee
  • A 1 Hamburg – Bremen – Dortmund – Köln
  • A 2 Oberhausen – Dortmund – Hannover – Berlin
  • A 3 Oberhausen – Frankfurt – Würzburg – Nürnberg – Passau
  • A 4 Kirchheimer Dreieck – Erfurt – Dresden
  • A 5 Hattenbacher Dreieck – Frankfurt – Karlsruhe – Basel
  • A 6 Kaiserslautern – Mannheim – Heilbronn – Nürnberg
  • A 7 Hamburg – Flensburg
  • A 7 Hamburg – Hannover – Würzburg – Ulm – Füssen/Reutte
  • A 8 Karlsruhe – Stuttgart – München – Salzburg
  • A 9 Berlin – Halle/Leipzig – Nürnberg – München
  • A 61 Mönchengladbach – Koblenz – Ludwigshafen
  • A 81 Stuttgart – Singen
  • A 93 Inntaldreieck – Kufstein
  • A 95/B 2 München – Garmisch-Partenkirchen

Achtung vor abweichenden Regelungen im Ausland

Der ADAC rät von touristischen Reisen ins Ausland auch an Pfingsten erstmal ab. An den Übergängen zwischen Deutschland und Österreich sowie Deutschland und Frankreich finden zwar nur noch stichprobenartige Kontrollen statt, trotzdem ist die Einreise nach Frankreich, Österreich und in die Schweiz ist weiterhin nur aus einem triftigen Grund erlaubt, der nachzuweisen ist.

Und wer Pfingsten am Meer in den Niederlanden verbringen will, sollte folgende Regel kennen: Im Nachbarland ist es aufgrund der Corona-Bestimmungen strafbar, mit drei oder mehr Personen aus unterschiedlichen Haushalten in einem Auto zu fahren. Maximal zwei Menschen, die nicht aus demselben Haushalt stammen, dürfen zusammen in einem Auto sitzen, sofern sie dabei eineinhalb Meter Abstand einhalten.

Deutsche Bahn rechnet wieder mit mehr Fahrgästen

Wer mit dem Zug unterwegs ist, sollte in jedem Fall einen Atemschutz tragen
Wer mit dem Zug unterwegs ist, sollte in jedem Fall einen Atemschutz tragen
© Dimitrije Nikolic (Dimitrije Nikolic (Photographer) - [None], Dimitrije Nikolic

Auch auf den Schienen wird es pünktlich zu Pfingsten wieder voller. Laut Bahn sind die Züge zu Pfingsten zu circa 55 Prozent ausgebucht. Am kommenden Pfingstwochenende rechne man mit einer Auslastung von 30 bis 40 Prozent.  Um die Auslastung möglichst gleichmäßig auf alle Züge zu verteilen, hat die Bahn schon lange vor der Krise eine Auslastungsanzeige in der eigenen Buchungs-App installiert. Diese wird nun den neuen Bedingungen angepasst: Schon wenn ein Zug nur zur Hälfte ausgebucht ist, wird eine hohe Auslastung angezeigt - in der Hoffnung, dass weitere Kunden auf eine andere Fahrt ausweichen. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Coronavirus-Angst fährt mit: Ansteckungsgefahr in Zügen

Gerade jetzt, wenn zu Pfingsten wieder vollere Züge erwartet werden, fragen sich viele, wie es um die Corona-Ansteckungsgefahr bestellt ist. In Zügen atme man gewöhnlich ein Gemisch aus frischer und zirkulierender Luft, sagte Maschinenbau-Professor Qingyan Chen dem "Tagesspiegel". Der Wissenschaftler erforscht aktuell für die Purdue University im US-Bundesstaat Indiana das Corona-Ansteckungsrisiko in Verkehrsmitteln. Seine bisherigen Ergebnisse geben wenig Anlass zur Hoffnung für Reisende. Denn die am häufigsten eingesetzten Filtersysteme können kleinste Corona-Partikel nicht effizient entfernen. Das Gleiche gelte für Schiffe, Busse oder U-Bahnen. Die Deutsche Bahn empfiehlt allen Reisenden, Mund-Nase-Bedeckungen zu tragen. Eine Pflicht gibt es aber nicht. Auch sollte weiterhin auf den Mindestabstand von 1,50 Meter geachtet werden.

Dem Verbraucherzentrale Bundesverband reicht das nicht aus. "Ein Ausfall oder Defekt einer Klimaanlage ist in Corona-Zeiten dann nicht mehr nur ärgerlich, sondern muss zu einer sofortigen Sperrung des Waggons führen", teilte der Verband mit. Er forderte zudem dazu auf, mehr Personal in den Zügen einzusetzen, um bei Problemen zu helfen und mögliche Konflikte zu entschärfen. "Nur auf soziale Kontrolle zu setzen, wird nicht ausreichen und kann Bahnfahren stressig machen."

TVNOW-Doku: Was wir aus der Corona-Krise lernen

Welche Lehren können wir aus der bisher größten Krise der Nachkriegszeit ziehen? Wir haben mit Experten gesprochen. War der Staat zu inkonsequent? Wurden die Schulen zu schnell geschlossen? Was tun gegen das Hamsterchaos? Und was ist der tatsächliche Grund, dass tausende Urlauber auf der ganzen Welt gestrandet sind? Sehen Sie hierzu die TVNOW-Doku: "Was wir aus der Krise lernen".

Quelle: DPA / RTL.de