Chaos in Spanien

Corona-Patienen flüchten aus Krankenhäusern

Coronavirus in Spanien
© AP, Bernat Armangue, BA

24. März 2020 - 23:37 Uhr

Chaotische Zustände

Nach Italien ist Spanien vom Coronavirus in Europa am härtesten betroffen. Schon fast 40.000 Menschen (Stand Dienstagabend) haben sich mit dem Virus Sars-CoV-2 angesteckt, mehr als 2.800 sind daran gestorben. Wie chaotisch die Zustände sein müssen, zeigt auch die Meldung, dass schon zahlreiche Corona-Patienten aus den Krankenhäuser geflohen sind.

Sicherheitsbehörden sind alarmiert

Es habe bereits mehrere Fälle in verschiedenen Krankenhäusern gegeben, sagte der Direktor der Nationalpolizei, Jose Ángel González, am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Madrid. Das bereite den Sicherheitsbehörden unnötigerweise eine «Riesenarbeit», um diese Patienten ausfindig zu machen und wieder in die Krankenhäuser zu bringen.Allein in den vergangenen Stunden habe es in Leganés bei Madrid sowie im Küstenort Benidorm im Osten Spaniens zwei solcher Fälle gegeben.

Verantwortungsloses Verhalten

Polizeidirektor González klagte, neben solchen Patienten gebe es auch sonst «ziemlich viele verantwortungslose» Bürger, die etwa die vor eineinhalb Wochen verhängte Ausgangssperre verletzten. Allein in den vergangenen 24 Stunden habe man im Rahmen des sogenannten Alarmzustandes 80 «verantwortungslose und unsolidarische» Personen festnehmen müssen.

Starke Beschränkungen in Spanien

Die knapp 47 Millionen Einwohner Spaniens dürfen seit dem 15. März nur noch in wenigen Ausnahmefällen das Haus verlassen, etwa zum Einkaufen. Am Mittwoch soll das Parlament auf Antrag der linken Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez über eine Verlängerung des Alarmzustands, der dritthöchsten Notstandsstufe, um weitere zwei Wochen bis zum 11. April abstimmen.