Feuchtfröhliche Corona-Party aufgelöst

Cottbus: Polizist in Wohnung von AfD-Politikerin angegriffen

Das Gesundheitsamt sei über Verstöße gegen die Corona-Schutzverordnung informiert worden.
Das Gesundheitsamt sei über Verstöße gegen die Corona-Schutzverordnung informiert worden.
© dpa, Angelika Warmuth, awa sab abl dna fux jai

29. Dezember 2020 - 10:16 Uhr

AfD-Landtagsabgeordneter soll auch auf Feier gewesen sein

Die Polizei wollte in der Nacht auf Sonntag eine Party in Cottbus (Brandenburg) auflösen, als die Beamten auf massiven Widerstand gestoßen sein sollen. Die Feier soll in der Wohnung von AfD-Politikerin Monique Buder stattgefunden haben. Ein Polizist sei von einem randalierenden Gast niedergestoßen und gewürgt worden. Der 35-Jährige und Buder kamen in Gewahrsam.

"Ich gebe dazu besser keinen Kommentar ab"

Die AfD-Politikerin Monique Buder soll nach dem nächtlichen Polizeieinsatz in Gewahrsam genommen worden sein.
Die AfD-Politikerin Monique Buder soll nach dem nächtlichen Polizeieinsatz in Gewahrsam genommen worden sein.
© Facebook, Facebook/ AfD Cottbus

Gegen halb zwei am Sonntagmorgen war die Polizei wegen Ruhestörung und dem Zünden von Feuerwerk an die Cottbuser Stadtpromenade gerufen worden. Dort feierten neun Personen im Alter zwischen 18 und 46 Jahren feuchtfröhlich. Die Wohnungsinhaberin habe sich den Beamten gegenüber "aggressiv" verhalten und sich geweigert, ihre Personalien anzugeben. Bei ihr soll es sich laut "Leipziger Rundschau" um die AfD-Politikerin und Stadtverordnete Monique Buder handeln.

"Nein, ich glaube, ich gebe dazu besser keinen Kommentar ab, denn im Zweifel wird immer alles gegen einen verwendet", sagte die 33-Jährige auf Nachfrage des Blattes. Dass der Polizeieinsatz in ihrer Wohnung stattfand, stritt sie jedoch nicht ab. Ein Einsatz, der schon nach kurzer Zeit aus dem Ruder lief.

Polizei Cottbus hat Ermittlungen eingeleitet

Wie die Polizei berichtet, habe ein 35-jähriger Gast unvermittelt einen der Beamten angegriffen und zu Fall gebracht. Der Randalierer habe sich dann auf ihn gesetzt und ihn gewürgt. "Erst durch den Einsatz von Pfefferspray wurde der Angriff gestoppt", heißt es in der Mitteilung. Monique Buder und ihr nächtlicher Gast seien daraufhin in Gewahrsam genommen worden – Atemalkoholtests hätten 1,58 bei der Frau und 1,77 Promille beim Mann ergeben. Zur Beweissicherung seien Blutproben veranlasst worden.

Auch die Personalien der anderen Partygäste seien festgestellt worden. Die Polizei ermittelt wegen Widerstands gegen und tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte. Zudem sei das Gesundheitsamt über Verstöße gegen die Corona-Schutzverordnung informiert worden. Derzeit sind wegen der grassierenden Pandemie nur Zusammenkünfte von fünf Personen über 14 Jahren aus maximal zwei Haushalten erlaubt.

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AfD-Parteigenosse soll auch anwesend gewesen sein

Bei dem Einsatz soll noch ein Parteigenosse Buders anwesend gewesen sein, wie die "Leipziger Rundschau" berichtet: Der AfD-Landtagsabgeordnete Daniel Freiherr von Lützow. Darauf angesprochen, teilte er dem Blatt nur mit: "Dazu kann ich nichts sagen, kein Kommentar."

Buder soll im November an einer Querdenker-Demo in Leipzig teilgenommen haben. Sie sei gegen das Tragen von Masken und halte Corona nicht für eine Pandemie. Ähnlich positioniere sich Freiherr von Lützow, der bei einer Kundgebung von "Bürger für Bürgerrechte" in Cottbus Masken als "Maulkorb" bezeichnet und dazu aufgerufen haben soll, die Mund-Nasen-Bedeckung abzulegen.