Reiche sollen Deutschland aus der Krise helfen

Corona-Pandemie: VdK fordert Vermögensabgabe als "Akt der Solidarität" gegenüber Krisenverlierern

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12. August 2020 - 12:23 Uhr

Einmalige Steuer soll Loch in der Staatskasse stopfen

Besonders ärmere Menschen und prekär Beschäftigte trifft die Corona-Krise hart. Die Bundesrepublik nimmt zur Abfederung der Krise eine große finanzielle Belastung in Kauf. Um das Loch, das Steuereinbußen und Corona-Hilfen in die Staatskassen gerissen haben zu stopfen, fordert der Sozialverband VdK jetzt eine einmalige Vermögensabgabe. VdK-Präsidentin Verena Bentele will den Reichsten an die Geldbörsen, zu Gunsten der Krisen-Verlierer.

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Wer mehr als eine Million Euro besitzt, soll zahlen

Nach dem Grundgesetz sei eine solche Abgabe in Ausnahmesituationen gedeckt. Diese Erhebung ist als eine Art einmalige Steuer auf große Vermögen gedacht, die helfen soll die finanzielle Notlage des Staates zu überbrücken, erklärte Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland bei einer Pressekonferenz.

Zuletzt sei eine solche Vermögensabgabe 1952 erhoben worden, um damit die finanziellen Mittel zum Ausgleich von Folgen des zweiten Weltkriegs aufzubringen. Alle Vermögen über eine Million Euro könnten von so einer Sondersteuer betroffen sein – selbstbewohnte Immobilien ausgenommen.

"Akt der Solidarität längst überfällig“

Laut VdK wären weniger als ein Prozent der Bevölkerung von so einer Abgabe betroffen, profitieren können aber viele. Denn die Maßnahme könnte Milliarden in die Steuerkassen spülen, die dann gerecht verteilt werden könnten.

"Meiner Meinung nach ist ein solcher Akt der Solidarität längst überfällig", erklärte Bentele. Deutschland sei ein Land der sozialen Ungleichheit. Die eine Hälfte der Bevölkerung besitze 99 Prozent des Vermögens, die andere Hälfte nur ein Prozent. Es müssten jetzt aber alle dazu beitragen, dass Deutschland gut und stabil durch die Corona-Krise komme.

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