Corona-Pandemie hinterlässt Spuren in der Wirtschaft

Der Hauptgeschäftsführer der IHK zu Schwerin, Siegbert Eisenach. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
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16. Juli 2020 - 15:03 Uhr

Die Wirtschaft in Westmecklenburg stellte sich trotz der jüngst verfügten Lockerungen bei den Corona-Beschränkungen auch auf ein schwieriges zweites Halbjahr ein. "Eine schwache Inlandsnachfrage und fehlende Planungssicherheit trüben am häufigsten den Blick nach vorne", fasste Siegbert Eisenach, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer zu Schwerin, am Donnerstag die Stimmungslage in den Unternehmen zusammen. Er forderte eine klar definierte Perspektive und eine kluge Strategie, "die Gesundheitsschutz und unternehmerische Planbarkeit sicherstellt".

In einer Umfrage habe sich eine deutliche Mehrheit der Unternehmen in Westmecklenburg Anfang Juni zufrieden mit der bisherigen Arbeit der Landesregierung zur Eindämmung der Corona-Pandemie gezeigt. 58 Prozent der Firmen schätzten demnach die Maßnahmen auf Landesebene grundsätzlich als verhältnismäßig ein, 22 Prozent als unverhältnismäßig. Zur Abmilderung der Corona-Folgen nutzten laut Eisenach 42 Prozent der Firmen finanzielle Hilfen von Bund und Land, ein Drittel griff auf das Instrument der Kurzarbeit zurück.

Auch das Handwerk sei hart von den Pandemiefolge getroffen, zeige sich aber insgesamt als robuster Wirtschaftszweig, sagte der Hauptgeschäftsführer der Schweriner Handwerkskammer, Gunnar Pohl. "Die Beschäftigung ist stabil geblieben, die Nachfrage nach Ausbildungsnachwuchs ist hoch, die Umsatzausfälle sind geringer geworden", konstatierte er.

Doch rechne die Mehrzahl der Handwerksbetriebe nicht damit, die Umsatzrückstände bis Jahresende aufholen zu können, zumal Lieferengpässe die wirtschaftliche Erholung zu bremsen drohten. "Wenn es nicht gelingt, die Lieferketten wieder zum Laufen zu bringen, werden viele Handwerksbetriebe trotz vorhandener Nachfrage Aufträge nicht ausführen können", erklärte Pohl.

Industrie und Handwerk hoffen auf die Konjunkturpakte von Bund und Land. Dabei sei vor allem Investitionen in Digitalisierung und Innovationen notwendig, hieß es.

Quelle: DPA