DFB-Präsident Keller kritisiert Corona-Notbremse

Nicht nur Profis sollen draußen Sport machen dürfen

„Wer draußen Fußball spielt, gefährdet seine Gesundheit nicht", behauptet DFB-Präsident Fritz Keller.
„Wer draußen Fußball spielt, gefährdet seine Gesundheit nicht", behauptet DFB-Präsident Fritz Keller.
© dpa, Uwe Anspach, ua fdt kde kde

22. April 2021 - 22:42 Uhr

Kritik an Corona-Maßnahmen auch im Freizeitsport

"Wer draußen Fußball spielt, gefährdet seine Gesundheit nicht, ganz im Gegenteil: Er stärkt sie." Damit macht DFB-Boss Fritz Keller eine klare Ansage, nachdem die Ergänzung des Infektionsschutzgesetzes den Bundesrat passiert hatte. Er setzt sich für die Menschen ein, die gemeinsam draußen Sport machen wollen, es nun aber laut Gesetz nicht oder nur sehr eingeschränkt dürfen. Und nicht nur Keller ist dafür, dass Sport in Gruppen wieder draußen für jedermann erlaubt ist. Auch aus Sicht des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) sind die Freiluftsportler zu sehr eingeschränkt.

Keller: Die Politik müsse "jede Entscheidung auf der Basis von Fakten treffen"

"Harte Fakten" würden ignoriert, "schwer nachvollziehbare Entscheidungen" getroffen - insgesamt fehlten "Augenmaß und Fingerspitzengefühl". So lauten die harten Vorwürfe seitens des DFB. Denn ab einer Inzidenz von 100 sind die Bewegungsmöglichkeiten für "normale Menschen" weiterhin stark eingeschränkt. Die Politik müsse jedoch "jede Entscheidung auf der Basis von Fakten treffen", sagte Keller: "Immer mehr wissenschaftliche Studien von Aerosolforschern und Epidemiologen belegen das äußerst minimale Infektionsrisiko an der frischen Luft und die wachsenden Gefahren für die Gesundheit aufgrund des Bewegungsmangels."

Freiluftsport solle daher "unter Einhaltung der bewährten Hygienekonzepte endlich wieder umfassender ermöglicht werden", sagte Keller und sprach von "schwer nachvollziehbaren Entscheidungen allein auf der Basis von Inzidenzwerten".

Auch DFB-Vizepräsident Rainer Koch vermisst den "in unseren Augen längst überfälligen Schritt in die richtige Richtung", die Regeln seien "das Gegenteil: Nahezu alle Expert*innen-Meinungen und harten Fakten wurden erneut negiert."

Sport sei "Bestandteil der Lösung bei der Pandemiebewältigung"

Ausnahmen der Notbremse gelten vor allem - aber nicht ausschließlich - für den Berufs- und Leistungssport. Auch Kinder bis zum Alter von 14 Jahren dürfen im Freien in Fünfergruppen weiterhin kontaktfreien Sport ausüben. Dieses Zugeständnis immerhin enthält die Notbremse, ansonsten gilt aber: Sport ist nur alleine, zu zweit oder mit Mitgliedern des eigenen Hausstandes erlaubt.

Dabei sei der Sport nicht Teil des Problems, er sei "Bestandteil der Lösung bei der Pandemiebewältigung", sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann. Der 60-Jährige plädiert für "eine differenziertere Bewertung der jeweiligen Situationen und Lösungen mit Augenmaß und Fingerspitzengefühl".

Nach einem Jahr "verordneter Bewegungslosigkeit tut jede neue Form von Einschränkung richtig weh. Denn unsere 90.000 Vereine hoffen seit Monaten vergeblich wieder auf mehr Normalität. Die Einschränkungen belasten Körper, Seele und Geist bei den Kindern genauso wie bei den Senioren und allen Altersgruppen im Erwachsenen-Bereich", sagte Hörmann.

Quelle: RTL.de/SID