Bußgeld für falsche Angaben in Corona-Listen

Bemerken es Wirte, wenn die Gäste "Micky Maus" in die Namensliste eintragen?

01. Oktober 2020 - 22:18 Uhr

Ausweis-Pflicht im Restaurant: Ist das erlaubt?

In der Kontaktliste der Bar "Katze" in Hamburg standen Namen wie "Darth Vader" oder "Lucky Luke" – dann musste das Lokal wegen eines Corona-Ausbruchs schließen. Ab sofort soll Schluss damit sein. Wer im Restaurant essen gehen oder in einer Bar und im Café etwas trinken möchte, muss seinen richtigen Namen eintragen. Wie funktioniert das in der Praxis?

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Was sagt der Gast, wenn der Kellner nach dem Ausweis fragt?

Für Wirte scheint die Situation schwierig: Es gibt in Deutschland keine Ausweispflicht, dennoch sind die Betreiber in der Verantwortung, ihre Gäste zu kontrollieren. Name, Vorname, Anschrift, Email-Adresse und Handynummer müssen hinterlegt sein. Verweigert der Gast die Registrierung, muss der Wirt die Bewirtung sogar verweigern. Doch wie klappt das im Alltag? Wir haben getestet, wie Gäste reagieren, wenn der Kellner sie plötzlich nach dem Ausweis fragt – und ob Wirte überhaupt bemerken, wenn dreist ein falscher Name auf die Liste geschrieben wird. Das Ergebnis sehen Sie im Video.

Bußgeld für falsche Angaben

Wer absichtlich einen falschen Namen angibt und es Behörden damit im Ernstfall unmöglich macht, Infektionsketten nachzuverfolgen, dem droht jetzt ein empfindliches Bußgeld. Mindestens 50 Euro Strafe drohen, in einigen Bundesländern soll es deutlich mehr sein. Uneinigkeit herrscht noch bei der Frage, wer dieses Bußgeld entrichten muss. Bundeskanzlerin Angela Merkel wollte zunächst die Wirte in die Verantwortung nehmen, doch dafür gab es viel Kritik und die Frage nach der Registrierungspflicht wurde laut. Die Strafe fällt also für den Gast selbst an, Wirte sollen allerdings kritisch nachfragen, wenn ihnen ein Name offensichtlich erfunden vorkomme.