Variante B.1.351 jetzt auch in Deutschland

Dr. Zinn zu Corona-Mutation: Diese Maßnahmen wären jetzt wichtig

Dr. Georg-Christian Zinn, Direktor Hygienezentrum Bioscientia, erklärt, was die Corona-Mutationen für uns bedeuten.
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14. Januar 2021 - 11:38 Uhr

Explosionsartige Verbreitung befürchtet

Nachdem die hochansteckende Corona-Mutation aus Großbritannien es bereits nach Deutschland geschafft hat, wurde nun auch die in Südafrika entdeckte Variante bei uns nachgewiesen. Der Erreger sei bei einer Familie entdeckt worden, die am 13. Dezember 2020 aus Südafrika nach Baden-Württemberg eingereist sei, teilte das Landessozialministerium am Dienstag mit. Bereits am Montag gab die Stadt Bottrop bekannt, dass ein ebenfalls aus Südafrika eingereister Mann sich mit der Mutation angesteckt hat. Dies habe ein Test des Robert Koch-Instituts ergeben. Wie besorgniserregend ist die südafrikanische Corona-Variante? Welche Auswirkungen hat der Nachweis in Deutschland auf uns? Und was sollte jetzt dringend getan werden?

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Wie gefährlich ist Corona-Mutation aus Südafrika für uns?

"Das können wir bei der südafrikanischen Corona-Mutation noch gar nicht einschätzen", erklärt Dr. Georg-Christian Zinn, Direktor Hygienezentrum Bioscientia, im RTL-Interview. "Das ist jetzt das 13. Land neben Südafrika, in dem wir die Mutation nachgewiesen haben. Wir wissen aber aus Südafrika, dass die Verbreitung da fast explosionsartig war und das befürchten wir auch, wenn sich dieser Stamm jetzt in Deutschland oder Mitteleuropa verbreitet."

Wären nun weitere Maßnahmen wichtig?

"Man muss tatsächlich darüber nachdenken, ob die weitere Einschränkung des Reiseverkehrs Sinn macht", so Zinn. Und tatsächlich sollen für Einreisen nach Deutschland aus Ländern mit hohen Corona-Infektionszahlen strengere Testpflichten kommen. Wer in den letzten zehn Tagen in einem Risikogebiet war, soll künftig spätestens 48 Stunden nach Einreise einen negativen Test vorweisen müssen. Das sieht ein Verordnungsentwurf von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor, den das Bundeskabinett am Mittwoch beschlossen hat.

Darüber hinaus fordert Zinn: "Wir müssen schauen, ob wir die Hygienemaßnahmen noch weiter intensivieren. Und was momentan jetzt schon läuft: dass die großen Labore die Virusstämme klassifizieren."

Was könnte durch die Corona-Mutationen jetzt auf uns zukommen?

Auch wenn die Zahlen wegen der aktuellen Maßnahmen so langsam etwas rückläufig sind, könnten uns die Corona-Mutationen noch mal zurückwerfen, sagt Zinn. "Wenn sich die Stämme aus Großbritannien und Südafrika hier tatsächlich ausbreiten, müssen wir einen Zahn zulegen bei den Impfungen und wir müssen die Hygienemaßnahmen noch härter machen, das würde sich auch auf den Lockdown auswirken."

Wirken die bereits zugelassenen Impfungen auch gegen diese Mutationen

Hier hat Zinn eine gute Nachricht: "Wir wissen jetzt seit wenigen Tagen, dass die Impfungen sowohl beim südafrikanischen als auch beim britischen Stamm gut wirken."

Was können wir tun, damit nicht noch mehr Mutationen vorkommen?

"Die beste Maßnahme gegen Mutation ist Impfung", betont Zinn. "Praktisch den weiteren Viren, den weiteren Infektionen, den Weg abzuschneiden. Und was auch wichtig ist: Die zweite Impf-Dosis zu geben. Denn wenn wir nur die erste Dosis geben, haben wir nur eine Teilimmunität und da werden dann sogenannte Fluchtmutationen daraus entstehen."

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