Erster Fall des mutierten Erregers in Deutschland nachgewiesen

Angst vor der Corona-Mutation: Wie gefährlich ist das mutierte Virus?

COVID-19 Antigen Rapid Test (SARS-CoV-2) at Clinical Microbiology at SUS (Skane University Hospital) in Lund. The test
COVID-19 Antigen Rapid Test (SARS-CoV-2) at Clinical Microbiology at SUS (Skane University Hospital) in Lund. The test
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04. Januar 2021 - 19:22 Uhr

Immer öfter treten Fälle von Corona-Mutationen auf. Was bedeutet das für uns?

Erst vor Kurzem wurde in Großbritannien eine neue Variante des Coronavirus entdeckt. Nun wurde diese Mutation auch bei uns in Deutschland nachgewiesen. Eine Frau, die am 20. Dezember aus Großbritannien nach Baden-Württemberg eingereist ist, hat sich mit dem mutierten Erreger infiziert. Sie und enge Kontaktpersonen befinden sich aktuell in häuslicher Quarantäne, wie das Gesundheitsministerium des Bundeslandes mitteilte. Doch nicht nur in Europa treten erstmalig Mutationen auf, auch aus Südafrika gibt es Meldungen, das eine neue Coronavirus-Variante aufgetreten ist. Viele von uns fühlen sich durch Meldungen wie diese verunsichert. Doch wie gefährlich sind die Mutationen wirklich? Und wie können wir verhindern, das weitere Fälle auftreten? Wir haben mit dem Medizinexperten Dr. Christoph Specht gesprochen und klären die wichtigsten Fragen.

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Wie gefährlich ist die Mutationen aus Großbritannien?

Ob der mutierten Erreger gefährlicher ist als die frühere Corona-Variante, lässt sich aktuell noch nicht sagen. Experten der englischen Gesundheitsbehörde Public Health England (PHS) kommen aber laut einer Pressemitteilung zu dem Schluss, dass sich die neue Variante leichter übertragen lässt. Es gibt jedoch keinen Hinweis darauf, dass das Virus zu einem schwereren Krankheitsverlauf führt oder eine höhere Sterblichkeitsrate aufweist. "Man wird nicht schlimmer krank, aber man kann sich noch leichter anstecken", fasst Medizinexperte Dr. Specht zusammen. Die Wissenschaftler aus England haben die Verbreitung der mutierte Version mit der bisherigen Variante miteinander verglichen und schätzen, dass sich der R-Wert um 0,4 Prozent erhöhen könnte. Das würde bedeuten, dass die Version aus Großbritannien möglicherweise um ca. 70 Prozent ansteckender ist, als das bisherige Virus.

Doch auch wenn man durch die neue Mutation nicht schlimmer krank wird, bedeutet die höhere Übertragbarkeit, dass sich das Virus schneller ausbreiten kann als ohnehin schon, wodurch wiederum mehr Menschen an Covid-19 erkranken. Die Gefahr ist, dass die Fallzahlen vermutlich weiter steigen, wodurch sich die Lage bei uns in Deutschland weiter verschlimmern könnte.

Wie überraschend ist es, dass eine Corona-Mutation überhaupt aufgetreten ist?

Das sich das Erbgut von Viren verändert ist seit langem bekannt. Manche Viren verändern sich dabei schneller als andere. Daher war es war nur eine Frage der Zeit, bis auch das Coronavirus mutiert, erklärt Dr. Specht: "Das war absolut zu erwarten und es ist nichts ungewöhnliches, dass Viren mutieren. Denn nur wenn sich das Virus bei der Übertragung an seinen Wirt – also an uns Menschen – anpassen kann, kann es sich erfolgreich verbreiten."

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Wie wahrscheinlich ist es, dass weitere Mutationen auftreten werden?

Zusätzlich zu der neuen Mutation aus Großbritannien sind auch weitere Varianten aus Südafrika in Europa entdeckt worden. Es tauchen also immer mehr Varianten des Coronavirus auf. Wie viele Mutationen es insgesamt bereits gibt oder ob noch weitere auftreten werden, lässt sich nicht sagen. Es ist aber nicht auszuschließen, dass die Mutation aus Südafrika oder weitere Fälle auch bei uns in Deutschland entdeckt werden. "Je mehr wir dem Virus die Gelegenheit bieten, von einem Menschen zu anderen zu gehen, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Mutation. Denn bei der Übertragung von einem Menschen zum anderen, können Kopierfehler entstehen – also die sogenannten Mutationen. Ansonsten würde das Virus nicht überleben."

Wie können wir vermeiden, dass sich Mutationen in Deutschland ausbreitet?

Um zu verhindern, dass sich das Virus weiter verbreitet und dabei weitere Mutationen entstehen, ist es wichtig die bisherigen Maßnahmen weiter zu verfolgen: "Die Kontakte sollten weiterhin reduziert werden und auch der Abstand zueinander sollte weiterhin ausreichend sein. Außerdem sollte in geschlossenen Räumen immer eine Maske getragen werden, um die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung von Aerosolen zu verringern", mahnt Dr. Specht.

Brauchen wir jetzt einen neuen Impfstoff?

Laut den Pharmakonzernen Biontech und Pfizer, die den ersten in der EU zugelassenen Corona-Impfstoff entwickelt haben, kann man davon ausgehen, dass der Impfstoff auch bei der mutierten Variante wirksam ist. "Wir müssen das jetzt experimentell testen. Das wird etwa zwei Wochen in Anspruch nehmen. Wir sind aber zuversichtlich, dass der Wirkungsmechanismus dadurch nicht signifikant beeinträchtigt wird", erklärt Biontech-Chef Ugur Sahin der Nachrichtenagentur dpa.

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