Mit einer virtuellen Sammlung wollen Historiker zukünftig an Corona erinnern

Corona-Museum: Hier kann Ihr Virus-Alltag Teil der Geschichte werden

01. April 2020 - 18:51 Uhr

Diese Exponate werden gesucht

Es sind die mutmachende Kinderzeichnung an einer Haustür, die Schutzkleidung einer Zahnärztin, eine leere U-Bahn zur Hauptverkehrszeit in Großstädten. Das alles sind Gegenstände und Momentaufnahmen, die unser Leben gerade während der Covid-19-Pandemie dokumentieren. Die Universitäten in Hamburg, Bochum und Gießen sammeln jetzt all diese Erinnerungen im dafür eingerichteten virtuellen Corona-Archiv, wie uns Historiker Prof. Thorsten Logge von der Universität Hamburg erzählt: "Die sammeln wir hier und damit kann Geschichtsschreibung breiter sein und hoffentlich auch ein bisschen - naja bunter." Wie diese Momentaufnahmen genau aussehen können, zeigen wir im Video.

So funktioniert's

Jeder kann seine persönlichen Erinnerungen und Fundstücke als Textdokumente, Foto oder Video ins Coronarchiv unter www.coronarchiv.de hochladen. Thorsten Logge hat auch schon Favoriten, zum Beispiel ein Foto aus Schleswig-Holstein: "Was ich ganz schön fand, sind so Alltagsgeschichten, wie die Eisdiele in Kellinghusen. Wo man Leute jetzt sieht, wie sie mit Abstand Eis kaufen. Schönes Wetter, komische soziale Situation, das finde ich ganz toll."

Denn in der Eisdiele muss man erst anrufen, draußen warten und erst dann kann man sein Eis abholen. Die Historiker freuen sich also über Einblicke in unsere - sozusagen - Corona-Tagebücher: "Die Leute erzählen jetzt aus der Krise, den Moment den sie erleben. Was dann zukünftig passiert, wissen wir null. Und das Spannende ist dann eben, was wir jetzt sehen können, was die Leute denken, bevor die Krise zu Ende geht," so Thorsten Logge.