Fotografin porträtiert Menschen mit Gesichtsbedeckung

Corona-Mundschutz: Emotionen sind auch unter der Maske erkennbar

02. Dezember 2020 - 13:19 Uhr

Anonymität durch Mundschutz

Die Maske! Ohne sie ist es kaum noch möglich, das Haus zu verlassen. Denn ob im Supermarkt, beim Bäcker oder in der Straßenbahn - überall besteht eine Tragepflicht. Und damit rücken wir alle ein Stück in die Anonymität, glaubt Fotografin Annika Nüdling. Deshalb startet sie ein ganz besonders Fotoprojekt und lichtet Menschen mit ihrem Mundschutz ab. Was hinter der Aktion steckt, sehen Sie im Video.

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Wenn man lächelt, geht das bis hoch in die Augen

Fotografin Annika Nüdling porträtiert Menschen mit Maske
Emotionen sind trotz Atemmaske sichtbar
© Wildes Herz Fotografie, Annika Nüdling

Nüdling ist davon überzeugt, dass wir auch hinter unseren Masken gesehen werden. Trotz der Bedeckung können wir unsere Emotionen zeigen und sichtbar machen. Das bestätigt auch Holger Schlageter, psychologischer Berater und CEO des "Schlageter Institut". "Das Gesicht hört ja nicht auf, sich zu bewegen in der unteren Hälfte. Meistens gehen Bewegungen bis nach oben durch. Beim Lächeln zum Beispiel fangen die Augen mit an zu lächeln. Ernsthafte Gesichter fangen sowieso in der Stirn an", verrät er im Interview mit RTL.

"Nicht denken 'man sieht ja eh nichts'"

Wir müssen lernen, nun auch mit Mundschutz zu kommunizieren. Und das geht, sagt Schlageter: "Wir werden sensibler werden im Lesen. Das heißt, wir werden kleine Bewegungen besser lesen können. Uns werden die Hälfte der Bewegungen ausreichen." Um unserem Gegenüber zu helfen, mit der neuen Situation zurecht zu kommen, rät er: "Nicht zu denken 'man sieht eh nichts, ich mache gar nichts mehr hier unten' sondern eher sagen: Ich mache ein bisschen mehr, damit man es bis oben durchsieht."