Vorsichtige Hoffnung

Medikament gegen Covid-19 vielleicht schon dieses Jahr

17. April 2020 - 16:06 Uhr

Hoffnung auf Medikament gegen Lungenkrankheit

Langfristig gibt es nur zwei Optionen das Corona-Virus zu überstehen: Eine Herdenimmunität, wenn sich etwa 60 Prozent der Bevölkerung angesteckt und das Virus überstanden haben oder eine Impfung. Mit letzterer ist frühestens in einem Jahr zu rechnen. Doch Karl Broich, Chef des Bonner Bundesarzneimittelinstituts macht jetzt Hoffnung, dass noch dieses Jahr ein Medikament gegen die Lungenkrankheit Covid-19 gefunden werden könnte.

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Studien laufen bereits

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ist die größte europäische Behörde, wenn es um Zulassung und Sicherheit von Arzneimitteln und Medizinprodukten geht. Direktor Karl Broich und seine Mitarbeiter sind aktuell unter Hochdruck damit beschäftigt, ein wirksames Medikament gegen die Lungenkrankheit Covid-19 zu finden, die durch das Coronavirus ausgelöst wird.

"Ich gehe davon aus, dass wir bis zum Spätsommer die ersten belastbaren Ergebnisse aus den derzeit laufenden Studien bekommen", sagt Karl Broich gegenüber dem Bonner "General-Anzeiger". "Wenn die Daten es hergeben, bin ich sehr zuversichtlich, dass wir noch in diesem Jahr eine Zulassung erteilen können."

Vorsichtige Hoffnung nicht überinterpretieren

Mittlerweile seien die ersten Anträge für klinische Studien bereits genehmigt. "Wir haben sehr viele Anträge bekommen und inzwischen auch acht klinische Prüfungen genehmigt, die solide Arzneimittel mit geeignetem Prüfplan bei Covid-19-Patienten überprüfen", erklärt Broich. Um das in der Kürze der Zeit zu ermöglichen, sei das komplizierte Antragsverfahren deutlich gestrafft worden.

Bisher zeichne sich ein Medikament als besonders vielversprechend ab. "Mehrere klinische Prüfungen laufen zum Wirkstoff Remdesivir, das ist ein virushemmendes Mittel, das von den präklinischen Daten als am erfolgversprechendsten gilt und auch von der WHO empfohlen worden ist", so Broich. Remdesivir würde auch jetzt schon bei Covid-19-Patienten eingesetzt werden. Man berufe sich dabei auf Ergebnisse der praktischen Einsetzung des Medikaments aus China. Sicherheitsstandards würden nicht verletzt werden.

Trotz aller Hoffnung mahnt Broich: "Bis jetzt gibt es kein Arzneimittel, was hinreichend die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit bei der Covid-19-Erkrankung bewiesen hat."

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