2,91 Millionen Menschen ohne Job

Corona macht der Deutschen Wirtschaft zu schaffen - Minus von 10,1 Prozent

30. Juli 2020 - 12:08 Uhr

Arbeitslosigkeit steigt, Bruttoinlansprodukt sinkt

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Juli gestiegen. Es waren 2,91 Millionen Menschen ohne Job, 57.000 mehr als im Juni und 635.000 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte auf 6,3 Prozent, teilte die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mit. Das Bruttoinlandsprodukt fiel von April bis Juni um 10,1 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt in einer Schnellmeldung mitteilte. Das sei der stärkste Rückgang seit Beginn der vierteljährlichen Berechnungen für Deutschland im Jahr 1970. Welche Auswirkungen der Einbruch in der Wirtschaft hat, erklären wir im Video.

Auch Zahl der Kurzarbeiter gestiegen

Experten hatten zuvor einen saisonüblichen Anstieg der Arbeitslosigkeit erwartet. Sie gingen aber auch davon aus, dass die große Welle im Zuge der Corona-Krise erst einmal vorbei sein würde. Im Juni waren in Deutschland 2,85 Millionen Menschen ohne Job, fast 640.000 davon als Folge der Pandemie.

Im Mai waren nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit 6,7 Millionen Menschen in Deutschland in Kurzarbeit. Im April hatte die Zahl noch bei 6,1 Millionen gelegen. Damit war im Mai nach Hochrechnungen die höchste jemals ermittelte Zahl von Kurzarbeitern in der Bundesrepublik erreicht, wie die Behörde in Nürnberg mitteilte.

Deutsche Wirtschaft bricht ein: Minus von 10,1 Prozent

Die deutsche Wirtschaft ist im zweiten Quartal wegen der Corona-Krise in Rekordtempo eingebrochen. Das BIP fiel von April bis Juni um 10,1 Prozent niedriger aus, als im Vorquartal. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten ein Minus von 9,0 Prozent erwartet. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie hatten weite Teile der Wirtschaft lahmgelegt: Geschäfte, Hotels und Restaurants mussten schließen, Fabriken machten dicht, Veranstaltungen wurden abgesagt.

Da Europas größte Volkswirtschaft bereits im ersten Quartal wegen der beginnenden Pandemie um 2,0 Prozent geschrumpft ist, befindet sie sich nun auch offiziell in einer Rezession. Davon sprechen Ökonomen, wenn das Bruttoinlandsprodukt mindestens zwei Quartale in Folge gesunken ist.

Quelle: dpa, Reuters, RTL.de