Was wird aus dem Osterurlaub?

Kommen Lockerungen oder sogar Quarantänepflicht für Mallorca-Rückkehrer?

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20. März 2021 - 13:55 Uhr

Keine klare Regelung für Osterurlaub

Deutschland lechzt nach Urlaub und vor allem nach Ferien vom Corona-Alltag. Doch die Bundesregierung will den Lockdown aufgrund der steigenden Inzidenzzahlen wohl noch einmal verlängern und damit auch das Beherbergungsverbot in Deutschland. Da kommt die Meldung nach Reiseerleichterungen wie gerufen. Denn offenbar denken Bund und Länder über eine Regelung nach, wie die verpflichtende Quarantäne auch bei Rückkehr aus einem Risikogebiet abgewendet werden kann.

Getrübt wird die Meldung aber von Vorschlägen einiger Länderchefs, die eine Quarantänepflicht für Mallorca-Rückkehrer fordern. Sie befürchten, dass die spanische Insel neuer Corona-Hotspot werden könnte, nachdem die Bundesregierung sie von der Liste der Risikogebiete gestrichen hat.

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Schnelltest statt Quarantäne?

Es ist das alte Chaos: Urlaub oder kein Urlaub? Deutschland oder Ausland? Nicht nur für Millionen Reisewillige, auch für Hotel- und Gaststättenbesitzer herrscht noch immer Unklarheit, welche Coronaregeln über Ostern gelten.

Hoffnung macht eine Beschlussvorlage eines Arbeitskreises mit Vertretern von Bund, Ländern und Tourismusverbänden. Denn laut dem Schreiben soll künftig die verpflichtende Quarantäne nach der Rückkehr aus einem Risikogebiet durch einen negativen Corona-Test ersetzt werden können. Es wird sogar spezifiziert, dass dafür kein aufwendiger PCR-Test mehr nötig ist, sondern dass ein schneller Antigen-Test ausreichen soll. Der muss allerdings frühestens 48 Stunden vor oder spätestens 48 Stunden nach der Einreise erfolgen.

Es wäre ein Kurswechsel. Bisher gilt, direkt nach der Ankunft aus einem Risikogebiet müssen Einreisende in eine zehntägige häusliche Quarantäne - diese kann mit einem zweiten negativen Testergebnis frühestens nach fünf Tagen beendet werden.

Spitzenpolitiker fordern Testpflicht

Beschlossen ist der Vorschlag allerdings noch keineswegs. Denn einige Ministerpräsidenten und auch Mitglieder der Bundesregierung fordern statt Erleichterungen eine Verschärfung der Einreise nach Deutschland.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und sein niedersächsischer Amtskollege Stephan Weil etwa hatten vor wenigen Tagen zuerst eine Testpflicht ins Spiel gebracht. Alles andere wäre "kein gutes Signal", so Söder.

Auch Bundesaußenminister Heiko Maas unterstützt den Vorstoß, eine Corona-Testpflicht für die von der Ferieninsel Mallorca zurückkehrenden Urlauber einzuführen. Es liege im Interesse aller, zurückkehrende Touristen zu testen - auch im Interesse der Urlauber selbst, sagte Maas. "Deshalb finde ich eine solche Idee alles andere als falsch."

Maas betonte, dass die Aufhebung der Reisewarnung keine Einladung zum Reisen sei. "Wir haben in Deutschland steigende Inzidenzzahlen. Und jeder ist nach wie vor dazu aufgerufen, seinen Teil dazu beizutragen, dass wir uns nicht in eine exponentielle Entwicklung begeben."

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Kommt trotzdem die Quarantänepflicht für Mallorca-Rückkehrer?

Zur Vorsicht mahnte auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. In einem Interview mit dem Kölner Stadtanzeiger sagte er: "Ich finde es verantwortungslos, dass die Reisewirtschaft jetzt die Werbetrommel für den Osterurlaub in der Sonne schlägt." Die Reisen seien das perfekte Einfallstor für die Mutationen, die auch Geimpften und schon Erkrankten Probleme machen können - und vielen Menschen das Leben kosten werden, wenn sie sich bei uns ausbreiten. "Darüber muss sich jeder klar sein, der in ein Flugzeug steigt", so Lauterbach.

Er fordert deshalb auch eine Pflicht zum Schnelltest für Reiserückkehrer und eine 14-tägige Quarantäne bei positivem Ergebnis.