Dr. Zinn schätzt ein

Wann entspannt sich die Corona-Lage in Deutschland?

Dr. Zinn weiß: UV-Strahlung hat einen Effekt gegen das Virus - trotzdem hilft es nicht wesentlich, das Infektionsgeschehen einzudämmen.
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06. Januar 2021 - 10:21 Uhr

Zurück zur Normalität: Der Countdown läuft

Die bundesweiten Impfungen sind gestartet, aber bis in Deutschland wieder Entspannung eintritt, wird es wohl noch dauern. Entscheidend sei jetzt, dass möglichst viele Menschen bis zum Herbst geimpft werden, erklärt Dr. Zinn, Direktor Hygienezentrum Bioscientia, im RTL-Interview.

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Dr. Zinn: Bis zum Herbst müssen große Teile der Bevölkerung geimpft sein

Mittlerweile können in fast allen Bundesländern Termine für die Corona-Impfung vereinbart werden. Doch selbst danach tritt nicht sofort Entspannung ein, denn noch ist nicht klar, ob der Impfstoff die Infektion und somit die Weitergabe tatsächlich verhindert – oder die Symptome nur mildert. Bis das geklärt ist, sind Lockerungen wohl nicht in Sicht.

Gerade jetzt im Winter sei es besonders wichtig, sich an die Maßnahmen zu halten, so Dr. Georg-Christian Zinn, Direktor Hygienezentrum Bioscientia. "Wie fahrlässig ist es, jetzt in den Schnee zu gehen? Als Hygieniker muss man sagen, dass es da zu Übertragungen kommt. Das hätte man auch im Vorfeld schon sehen können und hätte klar sagen können: Diese Skigebiete, so bitter das für die lokale Wirtschaft auch ist, müsste man unterbinden."

Das sei zwar für alle schade, aber es ginge nicht anders. Jetzt sei es wichtig, zunächst die Risikopatienten durchzuimpfen. "Das gelingt uns zunehmend gut", so Dr. Zinn. "Wir haben eigentlich nur einen begrenzten Zeitraum, nämlich bis nächsten Herbst. Denn dann beginnt die Winterzeit wieder und bis dahin müssen wir große Teile der Bevölkerung geimpft haben. Da müssen wir noch richtig Gas geben", so der Hygieneexperte.

Bevor das nicht der Fall sei, werde sich die Lage vor allem in der kalten Jahreshälfte nicht entspannen.

Ruckelnder Start, aber es gibt Hoffnung

Bei aller Kritik an dem ruckelnden Impfstart, sagt Dr. Zinn auch: "Das wirklich Gute, und das muss man auch mal sagen, ist, dass wir einen Impfstoff haben. Wir haben mittlerweile praktisch drei Hersteller, die einen sehr gut wirksamen Impfstoff haben und wir hätten vor einem halben Jahr noch nicht zu hoffen gewagt, dass das tatsächlich möglich ist."

Dennoch zeige der Blick ins Ausland, dass man mit der richtigen Strategie auch deutlich schneller mehr Menschen impfen könnte. Israel hat beispielsweise schon über eine Million Menschen geimpft.

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