Wo gibt es die meisten Corona-Sünder?

Corona-Krise: Wer hält sich an die strengen Regeln? Bilanz nach einer Woche Ausgangsbeschränkung und Kontaktverboten

Coronavirus. Ausgangsbeschränkungen in ganz Deutschland!
© dpa, Sebastian Willnow, wil

27. März 2020 - 21:42 Uhr

Strikte Regeln überall

Vor fast genau einer Woche haben sich Bund und Länder auf einheitliche Ausgangsbeschränkungen für ganz Deutschland geeinigt. Lediglich in einzelnen Landkreisen und Gemeinden, die vom neuartigen Coronavirus besonders betroffen sind, gelten Sonderregeln. Die meisten Geschäfte sind geschlossen, Innenstädte wirken wie ausgestorben, Schulen und Kitas sind zu, Unternehmen haben ihre Mitarbeiter freigestellt oder ins Home-Office geschickt. Wer kann bleibt zu Hause - oder doch nicht? Täglich greifen Polizisten und Mitarbeiter der Ordnungsämter Personen auf, die sich nicht an die strengen Corona-Regeln halten. Allein in München gibt es fast 5.000 Überprüfungen täglich, 100 Anzeigen und mehr werden geschrieben. Allein gestern gab es 135 Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkungen.

Wird das schöne Wetter zum Problem?

In Deutschland wird es am Wochenende vielerorts sonnig und frühlingshaft. Lockt das die Menschen, nach fast einer Woche im Ausnahmezustand, nach draußen? Wer hält sich bei Temperaturen bis zu 19 Grad an die so wichtigen Auflagen zur Eindämmung des Coronavirus? In Berlin kontrollierte die Polizei Donnerstagnachmittag 320 Personen in den Parks und Grünanlagen der Stadt. Insgesamt gab es hier 40 Knöllchen, also Ordnungswidrigkeiten für die eine Geldbuße fällig wird. Aber auch sieben Strafanzeigen wurden geschrieben.

So viel wird in Köln, Hamburg und Leipzig kontrolliert

Halten sich die Menschen auch weiterhin an die Corona-Regeln
Das schöne Wetter könnte viele Menschen am Wochenende in die Parks locken
© imago images/ZUMA Wire, Isopix via www.imago-images.de, www.imago-images.de
Köln:

Seit Anfang der Woche musste die Kölner Polizei rund 170 Mal wegen Verstößen gegen die Corona-Regeln eingreifen. Meistens reichten aufklärende Gespräche, 23 Mal kamen die Beamten mit guten Worten allein nicht weiter und schrieben Anzeigen und erteilten Platzverbote. Mitarbeiter der Stadt Köln hingegen gingen allein gestern 68 Verstößen gegen das Ansammlungsverbot/Kontaktverbot nach. 38 Verstöße gab es bei den Betreibern von Gaststätten.

Leipzig:

Seit dem 19. März gab es in Leipzig 113 Anzeigen.

Hamburg:

Seit Beginn der Ausgangsbeschränkungen und Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Epidemie überprüfte die Polizei Hamburg circa 1.000 potentielle Verstöße, die zum Teil noch ausgewertet werden. In den letzten 24 Stunden gab es 72 Verstöße gegen die momentan geltenden Auflagen - also Personen, die sich nicht an die Kleinstgruppen-Regel hielten. Das ist ein leichter Rückgang im Vergleich zu den Vortagen. Angesichts des erwarteten schönen Wetters am Wochenende appellierte Innensenator Grote eindringlich, sich weiter an die geltenden Kontaktsperren wegen der Corona-Pandemie zu halten.

Im Video sehen Sie, wie die Polizei die Corona-Regeln kontrolliert.

Starke Kontrollen am Wochenende erwartet

32.000 Kontrollen gab es in München seit dem 21. März - damit scheint die bayerische Landeshauptstadt der Spitzenreiter bei der Durchsetzung und Überprüfung der Corona-Regeln zu sein. Berlin kommt seit Mitte März "nur" auf 1.768 objektbezogene Überprüfungen und knapp 600 Überprüfungen im Freien. In 786 Fällen wurden sofortige Schließungen der Objekte angeordnet.

Das aber alle die Einhaltung der bundesweiten Ausgangsbeschränkungen gleichermaßen wichtig finden, versicherte heute auch NRW-Landeschef Armin Laschet (CDU): "Geduld muss man jetzt haben: Die Maßnahmen, die beschlossen sind, müssen wir in aller Konsequenz weiter durchhalten - auch um zu sehen, welche Maßnahmen greifen." Am Samstag planen viele Kommunen wegen des schönen Wetters scharfe Kontrollen in Parks und auf Plätzen - nicht nur in NRW.

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