Corona-Krise

Tierheimen brechen Futterspenden weg

Hunde im Tierheim
© dpa, Thomas Frey, tfr fie kno

30. März 2020 - 10:14 Uhr

Corona-Krise trifft auch Tierheime

Die Corona-Krise stellt viele Unternehmen vor extreme finanzielle und organisatorische Herausforderungen. Auch Tierheime sind davon betroffen. Durch die Kontaktsperre können oftmals keine Besucher mehr zugelassen werden, viele Futterspenden fallen dadurch weg. Viele Tierheime rechnen auch mit einem Zuwachs der Aufnahmen, falls sich Tierbesitzer mit dem Virus infizieren sollten und sich nicht mehr um ihre Lieblinge kümmern können.

Tierheime rechnen damit, Tiere von Corona-Patienten aufnehmen zu müssen

Auch das Kieler Tierheim ist derzeit für Besucher gesperrt. "Wir müssen unser Personal vor Ansteckung schützen, wer sollte sich sonst um die Tiere kümmern", sagt Leiterin Haase. Deshalb müssen sich derzeit Menschen, die ein Fundtier im Tierheim abgeben wollen, telefonisch anmelden. "Da bremsen wir aber im Moment etwas, denn wir rechnen damit, Tiere von Corona-Patienten aufnehmen zu müssen, wenn sich niemand anderes um die Tiere kümmern kann", sagt Haase. In vielen Tierheimen spürt man aber auch, dass Menschen sich gerade jetzt ein Haustier wünschen. "Ich kann den Wunsch zwar nachvollziehen, aber wir geben wegen der Kontaktsperre derzeit grundsätzlich keine Tiere ab", sagt Haase.

Viele Tierheime haben Angst vor den finanziellen Folgen der Krise

Sorgen bereiten vielen Tierheime die finanziellen Auswirkungen der Corona-Krise. "Die Futterspenden gehen merklich zurück und wir befürchten, dass das noch schlimmer werden wird, wenn die Leute vielleicht durch die Krise ihren Arbeitsplatz verlieren", sagt auch die Leiterin des Lübecker Tierheims, Elena Cujic

Deshalb fordert der Deutsche Tierschutzbund analog zu Hilfsmaßnahmen für Unternehmen, Freiberufler und Selbstständige ein Sofortprogramm auch für betroffene Tierschutzvereine, die Tierheime betreiben. Nötig sei eine schnelle und unbürokratische Hilfe, damit die Versorgung der Tiere aufrechterhalten werden könne, heißt es in einer Mitteilung des Verbandes, in dem rund 550 Tierheime in ganz Deutschland organisiert sind.

Abgaben aus Angst vor Corona-Ansteckungen gibt es kaum

Abgaben von Tieren aufgrund von Angst vor dem Coronavirus gebe es dagegen kaum, sagt der Leiter des Köln-Dellbrücker Tierheims Bernd Schinzel im Gespräch mit RTL-Hundeprofi Martin Rütter. "Wir hatten bisher aber keinen einzigen Anruf, keine Mail - kein Mensch will aus diesem Grund sein Tier abgeben", sagte er. 

Es riefen aber viele Menschen an, die Tipps für den Umgang mit ihrem Haustier bräuchten. Gerade die Beschäftigung von Hunden ist in Zeiten von Kontaktsperre und Ausgangsbeschränkungen ein Thema. Im Video gibt Martin Rütter Tipps, um den Tieren die Ausnahmezeit so angenehm wie möglich zu gestalten.

Können meine Haustiere Corona übertragen?

Viele Tierfreunde sorgen sich derzeit, ob ihre Schützlinge mit dem Coronavirus infiziert werden oder selbst das Virus an Menschen weitergeben können, berichtete die Pressesprecherin des Deutschen Tierschutzbundes, Hester Pommerening. Doch sie gibt Entwarnung: Haustiere könnten keine Coronaviren übertragen. Trotzdem empfiehlt der Deutsche Tierschutzbund, kein Essen mit Katzen oder Hunden zu teilen und engen Körperkontakt zueinander zu meiden. Was Sie im Umgang mit ihrem Haustier derzeit beachten sollten, erfahren Sie hier.