Gemeinsam gegen das Virus

Corona-Krise: So helfen wir unseren lokalen Geschäften!

Wegen Covid-19 geschlossene Bar in Berlin-Kreuzberg: Die Milchbar in Berlin-Kreuzberg hat ihren Betrieb, wie viele andere, eingestellt.
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19. März 2020 - 15:49 Uhr

Einzelhandel ist bis auf Weiteres geschlossen

Durch die geschlossenen Lokale, Bars und Einzelhandelsgeschäfte wird es für viele Betreiber eine finanzielle Herausforderung, stabil durch die Corona-Krise zu kommen. Ein Vermieter aus dem bayerischen Amberg hat bereits angekündigt, für die Zeit der Schließungen die Miete für seine Mieter zu halbieren. Aber auch jeder Einzelne kann helfen, die lokalen Geschäfte am Leben zu erhalten. Wir haben mit Eigentümern gesprochen, wie das am besten gelingen kann.

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Viele Friseure schließen aus Sicherheitsgründen

Friseure dürfen offiziell noch geöffnet bleiben, weil sie für die körperliche Hygiene eine wichtige Rolle spielen. Einige Friseure haben dennoch entschieden, ihren Laden zu schließen, um das Ansteckungsrisiko für sich und andere so gering wie möglich zu halten. So auch Anna Heckmann, die ihren Laden lieber geschlossen hat.

"Wir werden bisher nicht unterstützt. Deswegen liegt es in unserem eigenen Ermessen, ob wir den Laden öffnen oder nicht. Wir wollen den Leuten aber weniger Raum geben, um sich in der Stadt zu bewegen", erzählt Anna Heckmann von "Hello Gorgeous - Hair and Make Up" in Köln. "Und weil uns noch keine Gelder zustehen, haben wir eine Gutscheinaktion gestartet. Und da können die Leute etwa Gutscheine in Höhe von 50 Euro erwerben und dann bekommen sie 60 Euro, wenn der Laden wieder geöffnet ist." Auch die Shampoos können ihre Kunden weiterhin bestellen. Innerhalb der Stadt bringt sie die sogar vorbei und lässt sie dann vor der Tür stehen.

Das können wir alle tun:

  • Das wichtigste zuerst: Zuhause bleiben und nur in Ausnahmefällen rausgehen!
  • In Geschäften anrufen und fragen, ob man Gutscheine kaufen oder anderweitig helfen kann
  • Social-Media-Seiten der umliegenden Geschäfte checken - dort finden sich viele Infos
  • Die notwendigen Einkäufe in lokalen, kleinen Geschäften verrichten
  • In Lokalen und Restaurants nachfragen, ob man Essen oder Kochboxen bestellen kann
  • Positive Bewertungen im Netz hinterlassen - das hilft auch langfristig

Bekleidungsgeschäfte wollen jetzt umdenken

Während Online-Bestellungen kein Problem sind und es lediglich zu längeren Wartezeiten kommen kann, kämpfen kleinere Geschäfte ums Überleben. Die Kölner Betreiberin des Kinderbekleidungsgeschäfts "Hosenmatz", Marianne Sieland, sagt dem "Express": "Unsere Kunden können nun per Facetime oder WhatsApp-Video-Call mit mir zusammen im Laden an den Regalen vorbeigehen. Ich zeige den Kunden unsere Ware, halte sie in die Kamera und berate sie bei der Auswahl über mein Smartphone."

Unterstützung muss kein Geld kosten

Fabian Bartels betreibt eine Tapas-Bar in Köln und hat sich schon vor der offiziellen Maßnahme entschlossen, diese wegen der Corona-Krise vorübergehend zu schließen. Seine Mitarbeiter will er aber trotz der finanziellen Einbuße nicht im Stich lassen: "Vor allem unsere Mitarbeiter trifft das hart, weil neben der Einschränkung durch Kurzarbeit auch das Trinkgeld fehlt und da haben wir entschieden, die da eben mit dem zu unterstützen, was sie brauchen", so Bartels.

Aber auch Gäste können jetzt weiterhin unterstützen: "Wir haben eine Gutscheinaktion gemacht und dafür haben wir schon sehr viel Zuspruch bekommen", erklärt der Gastronom.

Wer aktuell keine Gutscheine kaufen will, kann sich aber schon jetzt auf die Zeit nach den Sicherheitsmaßnahmen vorbereiten: "Und sonst können natürlich die Menschen danach mit dem gesparten Geld in die Gastronomie gehen. Eine kurze freundliche Bewertung im Netz hilft aber natürlich auch - da freut sich jeder Gastronom", sagt Fabian Bartels.

Bars und Lokale setzen auf kreative Alternativen

Auch die Betreiber von Bars und Veranstaltungsorten sind von der Schließungsmaßnahme betroffen. Doch auch wenn Gäste nicht selbst auf ein paar Getränke vorbeikommen können, gibt es Möglichkeiten, die Lokale zu unterstützen.

"Wir haben in der 'Stapelbar' eine kleine Aktion gestartet - eine virtuelle Bar sozusagen. Es gibt nicht einfach nur Gutscheine, sondern es sieht ein bisschen witziger aus. Wir haben auch für unser Personal Trinkgeld eingeplant", erklärt Gastronom Thomas Molle. "Das wurde bisher super angenommen. Wir bekommen total viel Aufmerksamkeit im Internet und das ist ein leichter Weg uns zu unterstützen. Es macht uns sehr viel Mut, dass die Leute zu uns halten."

Momentan geht er davon aus, dass sie mindestens bis zum 19. April geschlossen haben. "Aber realistisch eingeschätzt wollen wir auch danach erst nach und nach wieder zum Normalbetrieb übergehen", so Molle.

In vielen Restaurants können Gäste noch immer bestellen und das Essen dann unter Einhaltung der Sicherheitsmaßnahmen abholen. Ein schneller Anruf genügt, um herauszufinden, ob auch die eigenen Lieblingslokale so weiterhin für gutes Essen erreichbar sind.

Je länger die Zeit der Einschränkungen andauern wird, desto kreativer werden viele Betreiber werden. Dann finden sich sicherlich noch andere Ideen, die dem Alltag zu Hause ein bisschen Abwechslung bieten, ohne das Ansteckungsrisiko zu erhöhen.

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