Er sitzt für die Grünen im Bayrischen Landtag

Politiker Andreas Krahl arbeitet in den Oster-Ferien als Intensivpfleger

Andreas Krahl: Der bayrische Grünen-Politiker arbeitet in den Ferien wieder in seinem alten Job als Intensiv-Pfleger.
© Andreas Krahl /Instagram

06. April 2020 - 14:17 Uhr

von Kyrill Ring

Als ehemaliger Pfleger kehrt Andreas Krahl in den Osterferien in seinen alten Job zurück. Er hilft ungeschultem Personal auf den Intensivstationen, Beatmungsgeräte richtig zu bedienen. Was steckt dahinter?

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Wegen Corona zurück in den alten Job: Krahl war Intensiv-Pfleger

Andreas Krahl sitzt eigentlich für die Grünen im bayrischen Landtag. Doch weil es dort wegen der Corona-Krise oft nur dezimierte Sitzungen gibt und weil nun die Osterferien starten, hat Krahl Zeit. Und die nutzt er momentan als Pfleger auf der Intensivstation des Kreisklinikums in Weilheim. Bis 19. April arbeitet der Politiker erst einmal in seinem alten Job.

"Ich habe das gelernt und kann mein Wissen weitergeben. Es gibt sehr viel Personal, dass momentan in der Intensivpflege eingesetzt wird, aber nicht weiß, wie das Equipment bedient wird," sagt Krahl im RTL-Interview.

Schnell wieder in den alten Routinen

Alles dreht sich zurzeit um die richtige Schutzkleidung und die Anzahl an Intensivbetten. Krahl aber fordert, man müsse sich um die richtige Ausbildung der Intensivpflegekräfte kümmern. Bis Mittwoch übernimmt der 31-Jährige erst einmal fünf Nachtschichten. Von 21 Uhr bis 06:30 Uhr. Danach geht es mit Tagesschichten weiter.

Vor seinem Einzug in den Landtag 2018 arbeitete der 31-Jährige vier Jahre als Intensivpfleger in Murnau, davor drei Jahre in München. Deshalb kennt er sich mit Beatmungsgeräten und überlastetem Personal bestens aus.

"Wir brauchen eine Gefahrenzulage für Pflegepersonal"

Krahl bot in der Corona-Krise seine Hilfe an und schickte Bewerbungsunterlagen an die Kliniken in seinem Wahlkreis in Weilheim. Nun betreut er mit seinen Kolleginnen und Kollegen vier Corona-Patienten auf der Intensivstation. Was Krahl während seiner Nachtschichten auffällt:

"Die Betreuung ist gesichert. Aber so langsam kommen wir ans Limit. Wir müssen dem Gesundheitssystem unter die Arme greifen. Es fehlen vor allem Masken und Schutzkittel." So wie zurzeit überall.

450 Euro bekommt Krahl für die ersten fünf Tage Pflegedienst. Das Geld will er spenden. So ganz uneigennützig ist die Aktion des Politikers allerdings nicht. Als Pflegepolitischer Sprecher seiner Partei unterstützt der Oberbayer den 500 Euro Bonus für Pflegekräfte. Doch diese Maßnahmen reichen ihm noch nicht: "Die 500 Euro Bonus sind ein schönes Zeichen. Aber am Ende ist es nur eine Einmalzahlung. Die Gefahr ist, dass wenn die Krise vorbei ist, die Politik dieses Thema nicht weiter verfolgt. Deshalb braucht es eine Gefahrenzulage für erschwerte Arbeitsbedingungen."

Das beträfe dann auch Rettungskräfte oder Reinigungspersonal in Krankenhäusern.