Kanzleramt: Vorher keine Lockerungen

Corona-Maßnahmen bleiben bis 20. April - mindestens

30. März 2020 - 15:34 Uhr

Ältere Menschen vielleicht länger eingeschränkt

Wer auf ein früheres Ende der Corona-Schutzmaßnahmen gehofft hatte, muss sich in Geduld üben. Kanzleramtschef Helge Braun hat klargestellt, dass es vor dem 20. April keine Lockerungen der bestehenden Einschränkungen im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie geben werde. "Bis dahin bleiben alle Maßnahmen bestehen", sagte der CDU-Politiker dem Tagesspiegel.

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Entwicklung der Infektionsgeschwindigkeit entscheidend

27.03.2020, Berlin - Deutschland: Corona-Krise, aus Sicherheitsgründen werden nur noch wenige Leute gleichzeitig in den Supermarkt gelassen, es bildet sich abends eine Schlange. *** 27 03 2020, Berlin Germany Corona crisis, for security reasons only
Aus Sicherheitsgründen werden nur noch wenige Leute gleichzeitig in Supermärkte gelassen.
© imago images/Sabine Gudath, Sabine Gudath via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Ältere Menschen müssten noch deutlich länger als Jüngere mit Kontakteinschränkungen rechnen. "Eines ist allen Modellen gemein, egal, wie wir uns entscheiden: dass die älteren und vorerkrankten Menschen in unserer Gesellschaft wirksam vor einer Infektion geschützt werden müssen, bis es einen Impfstoff gibt", sagte Braun.

Als Messlatte für eine Trendwende und als Entscheidungsgrundlage für eine Lockerung der Einschränkungen sieht Braun die Entwicklung der Infektionsgeschwindigkeit. "Wenn wir es schaffen, die Infektionsgeschwindigkeit so zu verlangsamen, dass wir zehn, zwölf oder noch mehr Tage haben bis zu einer Verdopplung, dann wissen wir, dass wir auf dem richtigen Weg sind."

Mehr Klarheit nach Ostern

Zuletzt verdoppelten sich die Fallzahlen in etwa alle drei Tage. "Unmittelbar nach Ostern werden wir sagen können, wie es generell nach dem 20. April weitergeht." Er habe den Eindruck, dass sich die Bevölkerung vorbildlich an die Regeln halte. "Und deshalb bin ich überzeugt, dass wir in einigen Tagen ihren Erfolg sehen werden."

Braun will sich an einem wie in Südkorea praktizierten Mix aus Maßnahmen orientieren. "Die haben zum einen genau solche Kontaktbeschränkungen gemacht, wie wir das jetzt in Deutschland praktizieren. Sie haben darüber hinaus ein digitales Tracking verwendet, über das man quasi vollautomatisiert erfährt, falls man Kontakt zu Infizierten hatte." Daneben habe das Land einen sehr breiten Ansatz beim Testen.

Ärztepräsident für vorübergehende Heimunterbringungen von Senioren

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Ärztepräsident Reinhardt plädiert für eine vorübergehende Heimunterbringungen von Älteren.

Ärztepräsident Klaus Reinhardt forderte unterdessen einen besseren Corona-Schutz für Ältere und regte vorübergehende Heimunterbringungen an. In Deutschland lebe im Vergleich zu Italien ein deutlich höherer Anteil der Hochbetagten in Alten- und Pflegeheimen und nicht unter einem Dach mit Kindern und Enkelkindern, sagte er der Neuen Osnabrücker Zeitung.

"Das kann im Kampf gegen die Pandemie ein entscheidender Vorteil sein. Denn in Einrichtungen ist es eigentlich gut möglich, die besonders Gefährdeten vor Covid-19 abzuschotten."

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