Gegen die Coronavirus-Ausbreitung

Deutschland führt ab Montagmorgen Grenzkontrollen ein

16. März 2020 - 15:42 Uhr

Innenminister Horst Seehofer: "Die Lage ist sehr ernst"

An den Grenzen zu Frankreich, Schweiz, Österreich, Luxemburg und Deutschland werden Grenzkontrollen ab Montag 8.00 Uhr wieder eingeführt. "Die Lage ist sehr ernst", sagt Innenminister Horst Seehofer. Der Warenverkehr und der Verkehr von Berufspendlern bleibe aber möglich. Anderen Reisenden ohne gravierenden Grund werde die Einreise nicht gestattet.

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Maßnahme soll auch Hamsterkäufe unterbinden

"Die Ausbreitung des Coronavirus schreitet schnell und aggressiv voran", sagte Seehofer. "Wir müssen davon ausgehen, dass der Höhepunkt dieser Entwicklung noch nicht erreicht ist", so der Innenminister. "Deutsche Staatsangehörige haben selbstverständlich das Recht, wieder in ihr Heimatland einzureisen." Ausgenommen seien auch der Warenverkehr und der Verkehr von Pendlern.

Seehofer lässt aber offen, wie lange die Grenzkontrollen bestehen bleiben. "Wir müssen von Zeit zu Zeit immer wieder überleben, was ist notwendig", sagt er. Dies müsse mit der EU abgesprochen werden. Anlass für die Grenzkontrollen sei auch die Ausweisung von Elsaß und Lothringen als Risikogebiet gewesen.

Deutschland folgt anderen EU-Staaten

Zuvor hatten schon andere EU-Staaten ihre Grenzen weitgehend dicht gemacht, darunter Dänemark, Polen, die Slowakei, Tschechien und Österreich. Frankreich kündigte als Reaktion auf die deutschen Maßnahmen ebenfalls verschärfte Kontrollen an.