Dramatischer Brief an Angela Merkel

Hilferuf von Kaufhof und Karstadt: 30.000 Jobs in "existenzieller Gefahr"

Droht Karstadt und Galeria Kaufhof wegen der Corona-Krise das Aus?
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21. März 2020 - 10:44 Uhr

Coronavirus: Karstadt und Galeria Kaufhof "möglicherweise existenziell betroffen"

Es ist ein dramatischer Hilferuf der 30.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Galeria Kaufhof und Karstadt! Ihr Gesamtbetriebsratsvorsitzender richtet in einem Brief einen verzweifelten Appell an die Bundeskanzlerin und ihre Minister. RTL liegt das Schreiben vor.

Droht Kaufhof und Karstadt das Aus wegen der Corona-Krise?

Galeria Kaufhof, Filiale in Koeln, M?rz 2008.
Die Filiale von Galeria Kaufhof in Köln
© picture alliance / JOKER, Alexander Stein

Jürgen Ettl, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats, schreibt: "Das Geschäftsmodell unserer Warenhäuser ist darauf ausgelegt und zwingend angewiesen, täglich Einnahmen zu erzielen, um Löhne, Steuern, Abgaben und fällige Lieferanten- und Versorger-Rechnungen zahlen zu können." Weil aufgrund der Corona-Krise fast alle Geschäfte bundesweit geschlossen sind, rutschen viele Händler (immer tiefer) in die roten Zahlen.

Geschäfte wegen Corona weitestgehend geschlossen: Angst um mehr als drei Millionen Jobs

Galeria Karstadt Kaufhof halte zwar die Lebensmittel- und Drogerieabteilungen in den Warenhäusern offen, um Menschen zu versorgen und Geld zu verdienen. In dem Betriebsrat-Brief heißt es aber weiter: "All dies allein wird jedoch auf keinen Fall ausreichen. Wir und alle anderen Einzelhändler sind dringend auf sofortige staatliche Unterstützung angewiesen, um dem schlimmsten Fall zu entgehen." Es seien im deutschen Handel mehr als drei Millionen Menschen beschäftigt.

Karstadt und Kaufhof brauchen "schnellstens Unterstützung"

Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende fordert bis zum 23. März Direkt-Zahlungen des Staats, damit Gehälter fließen können. Außerdem bitten die Betriebsräte von Karstadt und Kaufhof um "sofortige Stundung der für März und Apri fälligen Zahlungen an die Sozialversicherungsträger und Finanzbehörden".

Emotionales Schlusswort in der Corona-Krise

Der Brief des Betriebsrats endet mit den Worten: "Unsere Warenhäuser in den deutschen Innenstädten sind ein unverzichtbarer Bestandteil, der nicht nur für Versorgung, sondern auch für Erlebnis, Kommunikation, gesellschaftliches Leben, Inspiration, Kultur und Lebensfreude steht. Dies gilt es zu erhalten, da ansonsten die Innenstädte in Deutschland vereinsamen werden." Es ist ein verzweifelter Hilferuf. Noch hat die Bundesregierung nicht geantwortet.