Corona-Krise führt zu Anfragenrekord bei Bürgerbeauftragten

Der Bürgerbeauftragte des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Matthias Crone. Foto: Jens Büttner/zb/dpa/Archivbild
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16. Juli 2020 - 14:30 Uhr

Die Corona-Krise hat im ersten Halbjahr zu einem Rekord der Anfragen beim Bürgerbeauftragten Mecklenburg-Vorpommerns geführt. Auf die Pandemie entfielen in diesem Zeitraum 280 Eingaben, teilte der Bürgerbeauftragte Matthias Crone am Donnerstag in Schwerin mit. Hinzu kämen Hunderte Anrufe, Mails und Bürgerkontakte. Insgesamt seien in den ersten sechs Monaten des Jahres 1114 Eingaben registriert worden, so viele wie nie zuvor in 25 Jahren. Im Vorjahreszeitraum waren es demnach noch etwa 180 weniger.

Etwa 60 bis 70 Prozent der Corona-Fragen haben sich den Angaben zufolge auf die Einreiseregelungen bezogen, die Besuchsregelungen in Pflegeheimen und die Soforthilfe. Crone erzählte von den Anliegen mehrerer Bürger, die trotz eines Zweitwohnsitzes zu Beginn der Pandemie nicht nach MV einreisen durften.

"Ein landesweites Einreiseverbot ist für mich nicht mehr zeitgemäß", sagte Crone mit Blick auf den weiterhin überwiegend nicht erlaubten Tagestourismus. Dies gehe ihm "im Ausmaß deutlich zu weit." Mecklenburg-Vorpommern sei bei diesem Thema einen Sonderweg gegangen. Individueller Tagestourismus mit Bahn oder Auto ist in MV bis auf weiteres untersagt. "Die bisherigen Lockerungen zeigen ja, dass nicht das Reiseaufkommen entscheidend ist, sondern das Verhalten."

Crone verdeutlichte, dass es trotz zahlreicher Lockerungen weiterhin Einschränkungen gebe, etwa für Behinderte beim Friseur. Diese würden abgewiesen, wenn sie keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen könnten. Das Friseurhandwerk und die Berufsgenossenschaft haben demnach diese Regelung bislang nicht überarbeitet, nach der Landesverordnung seien Ausnahmen beim Tragen des Mund-Nasen-Schutzes mit einem ärztlichen Attest möglich.

Von den Eingaben im ersten Halbjahr ging es laut Crone bei etwa 500 um soziale Themen. Neben den Corona-Fragen waren bei den Verbrauchern demnach ebenfalls Bildung, Justizangelegenheiten und Verkehr von Bedeutung. Die Behörde umfasst nach eigenen Angaben 14 Mitarbeiter.

Quelle: DPA