Corona-Krise

Giffey will Elterngeld anders berechnen: Corona-Krise soll keinen Nachteil bringen

In Zeiten der Corona-Krise könnte das Elterngeld auch bald neu berechnet werden.
In Zeiten der Corona-Krise könnte das Elterngeld auch bald neu berechnet werden.
© imago/Westend61, imago stock&people

05. April 2020 - 13:17 Uhr

Eltern sollen keine finanziellen Nachteile erleiden

Werdende oder frischgebackene Eltern sollen wegen der Corona-Krise keine Abstriche beim Elterngeld hinnehmen müssen. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey von der SPD strebt dafür eine Änderung im Berechnungsmodus an.

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Giffey ist bereits in Gesprächen mit den Ländern

Die Grundlage für die Höhe des Elterngeldes ist normalerweise das durchschnittliche Nettoeinkommen der letzten zwölf Monate vor der Geburt. Bei Müttern und Vätern, die bald Elterngeld beantragen und wegen der Corona-Krise ohnehin schon weniger Lohn bekommen, sollen die entsprechenden Monate nicht mit in die Berechnung einfließen. Denn das würde die Höhe des Elterngelds negativ beeinflussen. 

Über diese und weitere Regelungen habe sie bereits mit den Ländern gesprochen, sagte Giffey. Auch mit den Bundestagsfraktionen sei sie im Gespräch, wie das zügig umgesetzt werden könne. "Es wird sich in den nächsten Tagen klären, welchen Weg wir da gehen."

Anpassung gilt für Eltern in systemrelevanten Berufen

Geplant sind demnach auch Anpassungen beim Elterngeld für Mütter und Väter, die in sogenannten systemrelevanten Berufen arbeiten. Wenn diese wegen der aktuellen Lage ihre Elterngeldmonate nicht nehmen können, sollen sie diese verschieben können.

Auch die Regeln beim Partnerschaftsbonus könnte gelockert werden. Es handelt sich um eine zusätzliche Leistung, die Mütter und Väter bekommen, die gleichzeitig in Teilzeit arbeiten, um sich die Kindererziehung zu teilen. Dies gilt dann, wenn Teilzeit momentan so nicht nicht einzuhalten ist.

Welcher Weg führt am schnellsten aus der Krise? Wie können wir das Corona-Virus bekämpfen? Damit beschäftigt sich der zweite Teil der TV NOW-Dokumentation "Stunde Null – Wettlauf mit dem Virus".

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Maximal 1.800 Euro im Monat

Elterngeld bekommen Mütter und Väter, wenn sie nach der Geburt des Kindes nicht oder vorerst nur wenig arbeiten wollen. Der Staat unterstützt das mit mindestens 300 Euro und maximal 1.800 Euro im Monat - abhängig vom Netto-Verdienst vor der Geburt des Kindes. Das Elterngeld wird maximal 14 Monate lang gezahlt, wenn sich beide an der Betreuung beteiligen.

Die Zahlungsdauer kann auch weiter gestreckt werden (ElterngeldPlus). Dafür sind die monatlichen Zahlungen dann kleiner. Laut Familienministerium gibt der Staat jährlich mehr als sieben Milliarden Euro dafür aus.