Europa hilft sich

Corona-Krise: Deutschland nimmt Patienten aus Frankreich und Italien auf

24. März 2020 - 15:30 Uhr

Europäische Länder unterstützen sich gegenseitig in der Krise

Gerade in schweren Zeiten ist es besonders wichtig, dass man sich gegenseitig unterstützt - wo es nur geht. Weil in deutschen Krankenhausbetten aktuell noch Platz ist, nehmen immer mehr Bundesländer nun auch Corona-Patienten aus anderen europäischen Ländern auf. Eine Gruppe schwer erkrankter Infizierter aus Italien wurde nach Sachsen geflogen und auch das Saarland, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz nehmen Patienten aus Frankreich auf, solange dort noch Kapazitäten verfügbar sind.

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„Vielen Dank an unsere europäischen Nachbarn“

"Europäische Solidarität rettet Leben", schrieb der französische Präsident Emmanuel Macron bei Twitter. "Vielen Dank an unsere europäischen Nachbarn." Frankreich ist in der Corona-Krise ebenfalls schwer betroffen. Es gibt dort zwar bisher noch weniger Fälle als in Deutschland, allerdings starben in Frankreich schon deutlich mehr Menschen an Covid-19. Besonders die grenznahe Region Grand Est ist schwer betroffen. Um die Krankenhäuser dort zu entlasten, boten neben Deutschland auch die Schweiz und Luxemburg ihre Hilfe an.

Auch der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) erklärte sich solidarisch und erklärte sich bereit, Patienten aus Italien in Kliniken in Sachsen zu versorgen. Man komme damit einer Bitte der italienischen Regierung nach. "Das ist ein ganz wichtiges Zeichen, dass wir auch anderen helfen können", sagte Kretschmer. Die italienische Luftwaffe brachte darum in der Nacht acht Kranke nach Sachsen.

Deutsche Kliniken bereiten sich auf Corona-Patienten vor
Deutsche Kliniken nehmen jetzt auch Patienten aus Frankreich und Italien auf, um die Krankenhäuser dort zu entlasten.
© dpa, Sebastian Kahnert, skh tba

Klinikpersonal kann schon mal wichtige Erfahrungen sammeln

Noch bereiten sich viele Krankenhäuser in Deutschland auf den eigentlichen Ansturm an Corona-Patienten vor. Ausländische Kranke zu behandeln, könnte darum auch eine Chance sein. Das Klinikpersonal könne durch die Behandlung der italienischen Patienten lernen, mit dem Virus umzugehen, erklärte Ministerpräsident Kretschmer. Gerade jetzt ist vielerorts noch Zeit, wichtige Erfahrungen zu sammeln.

Schon jetzt stellen sich viele Kliniken darauf ein, dass es auch bei uns noch deutlich schlimmer werden könnte, wenn sich das Virus weiter ausbreitet. Der katholische Krankenhausverband etwa bereitet sein Personal gerade schon auf "unvorstellbaren Lazarett-Szenarien" vor.

Doch nicht nur aus Europa kommt Unterstützung für die von der Krise besonders betroffenen Regionen. Inzwischen arbeiten auch Ärzte aus Russland, China und Kuba in Italien, die von ihren Ländern geschickt wurden, um mitanzupacken. Sie wollen das Gesundheitssystem des Landes in der Corona-Krise vor dem Kollaps bewahren.